Wohn- u. Geschäftshaus
Heumarkt 77 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3362 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Heumarkt 77, 50667 Köln |
| Baujahr | 1568, 1945 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.12.1985 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Haus ist ein bedeutendes orts- und baugeschichtliches Zeugnis der Kölner Altstadt. In seiner Erscheinung dokumentiert es den für Köln charakteristischen Haustyp der Renaissance am Heumarkt. Aus der fast 95%igen Zerstörung der Altstadt folgert der besondere Wert jedes einigermaßen verschont gebliebenen Denkmals. In seiner heutigen Gestalt präsentiert das Gasthaus Zum St. Peter den denkmalpflegerischen Wiederaufbau nach 1945.
Das in Ecklage nach 1568 errichtete Gebäude weist sich als ein 5geschossiger, mit Giebelgeschossen versehener, mit Mauerankern und einem Grinkopf ausgestatteter Bau. Es besitzt Putzfassaden mit Werksteingliederung, die als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau verdeutlichen. Es zeichnet sich durch seine baukünstlerische Qulität aus, die sich in der Gestaltung der Fassaden, insbesondere der nach dem Markt gelegenen Hauptfassade, äußert. Architektonische Klarheit wird erreicht in der Dreiteilung des Fassadenaufbaus, der Horizontalität der Gesimse und Kreuzfenster und der Symmetrieordnung der Hauptfassade. EG und 1. OG sind als Gebäudesockel ausgebildet. Die lasttragende Eigenschaft kommt durch das Natursteinmauerwerk und die Form der Maueröffnungen - im EG große, gedrungen wirkende Stichbogenfenster, im OG formgleiche, mehr dem Quadrat genäherte Fenster - zum Ausdruck. Nach oben begrenzt die Sockelzone das Fensterbankgesims im 2. OG. Dagegen erhält das 2. bis 4. OG durch die bis zur Eckquaderung gesetzten Kreuzfenster, die an der Marktseite als Fensterbänder erscheinen, große Transparenz und Leichtigkeit. Die Horizontalität der durch das größere Mittelfenster symmetrisch geteilten Fensterbänder steht im Gleichgewicht mit der Vertikalität des stehenden Rechtecks der einzelnen Fensterformen und der von Geschoß zu Geschoß abnehmenden lichten Höhenmaße. Die dem Winkeldach vorgeblendeten, in Form eines gleichschenkligen Dreiecks ausgebildeten, dreifach gestuften Volutengiebel geben dem Haus den bekrönenden Abschluß. Ziergitter an den Fensterbrüstungen im 2. OG und Oberlichtgitter im 4. OG ergänzen in zurückhaltender Weise die Fassadengestaltung.
Städtebaulich hebt sich das Haus durch seine qualitätvolle Bauweise von der schlichten, historischer Bauform verpflichteten Nachkriegsarchitektur ab. Die exponierte Lage als Eckhaus bringt die Freifläche an Unter Seidenacker zur Geltung. So bildet das Haus mit seinen unverstellten Fassaden aus der Richtung des westlichen Straßenzugs am Heumarkt und besonders von Unter Käster/Alter Markt einen besonderen Blickfang.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0