Wohnhaus
Theresienstraße 40 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3415 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Theresienstraße 40, 50931 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.01.1986 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist die um 1900 erbaute stattliche Villa als ein Zeugnis der Villenbebauung in Lindenthal um die Jahrhundertwende, die wegen der starken Durchgrünung des industriearmen Stadtteils schon vor der Eingemeindung nach Köln (1888) von wohlhabenden Kölner Bürgern begonnen wurde und kurz nach der Jahrhundertwende ihren Höhepunkt erlebt. Die freistehende, auf begrüntem Grundstück errichtete Villa, die sich in ihrer Architektur an Bauformen der Renaissance orientiert, gehört mit ähnlichen Bauten in ihrer Nachbarschaft zu einer Gruppe großbürgerlicher Wohnbauten, die sich im Anspruch und im Baustil von der etwas später einsetzenden planmäßigen Bebauung Lindenthals durch Mietwohnhäuser unterscheidet.
Bedeutsam ist die baukünstlerische Gestaltung der Villa als Eckhaus. Es handelt sich um einen nach vier Seiten freistehenden Backsteinbau mit Stuckgliederung, Vorgarten mit originaler Einfriedung, Mansarddach mit Giebelaufbauten; zwei Geschossen, 4 : 4 Achsen, auf der Rückseite zum Garten hin ein 2geschossiger, verputzter und stuckierter Anbau mit Wintergarten (in heutiger Nutzung verändert) und Balkon mit Glasverdachung. Die asymmetrisch angelegte Hauptfassade ist schmaler im Vergleich zur symmetrisch gegliederten Seitenfassade des tief nach hinten sich erstreckenen Baukörpers. Die zwei Geschosse der linken zwei Achsen sind als Eckrisalit vorgezogen mit vorgelegtem 5seitigem Erkervorbau im EG und darüberliegendem Balkon. Über dem in Rustikal-Imitierung verputzten Sockelgeschoß ist das EG einschließlich der Fensterbankgesimse und Balkonbrüstung in klassizistischen Schmuckformen dicht stuckiert (z. B. Triglyphenfries). Die breiten Fensterbankgesimse, um den ganzen Baukörper herumgezogen, setzen kräftige horizontale Akzente. Im OG sind die Stuckgliederungen der Fenster mit reichen Bedachungen vom Backsteinkern der Villa abgehoben, die nach oben hin durch ein um den ganzen Bau herumführendes klassizistische Kranzgesims abgeschlossen ist. In der Dachzone setzen rundbogig abgeschlossene Giebel, über dem Risalit der größere, starke Akzente. In der Seitenfassade sind die beiden Mittelachsen durch einen flachen Risalit zusammengefaßt und zusammen mit dem Giebel in der Dachzone vertikal akzentuiert (Giebelabschluß fehlt). Auf der gegenüberliegenden Eingangsseite ist entsprechend das Treppenhaus nach außen in einem flachen Risalit vorgezogen (neue Anbauten rechts vom Treppenhaus).
Von der originalen Innenausstattung haben sich nur die Marmorstufen im Vestibül, die Eichenholztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer sowie eine 2flügelige Zimmertür erhalten. Im EG und im 1. OG rechts sowie im Treppenhaus sind die originalen Fenster erhalten.
Städtebaulich bildet die Villa als Eckbau einen markanten Punkt im Ensemble der noch erhaltenen zeitlich und stilistisch zusammengehörenden Villen , die einstens in diesem Abschnitt der Theresien- und Bachemer Straße ein geschlossenes Villenviertel der wohlhabenden Bürgerschaft bildeten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0