Wohnhaus

Theresienstraße 33 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8053
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Theresienstraße 33, 50931 Köln
Baujahr1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 04.02.1997
Stadtteil Lindenthal

Erbaut 1895; Vorderhaus auf längsrechteckigem Grundriß mit rückwärtigem Seitenflügel (aufgrund baulicher Erweiterung nur noch in der Grundrißdisposition ablesbar); Fassade: 2 Geschosse, ausgebautes Satteldach (Gaube links, Zwerchhaus rechts); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit plastischer Stuckgliederung in Anlehnung an die Neo-Renaissance: horizontal profiliertes EG (Kellersockel und EG bis Sohlbankhöhe nachträglich glatt verputzt); Fassadenrhythmisierung durch Betonung der rechten Achse (Wandvorlage im OG, spitzgieblige Verdachung im OG, Zwerchhaus) OG-Fenster mit profilierter Rahmung und Verdachung (Spitzgiebel rechts, Rundgiebel mittig und links), Traufgesims (obere Abschlußkante neu verkleidet), Zwerchhaus (Gesimsabschluß neu verkleidet) mit Rundbogenfenster und seitlicher Pilasterrahmung; originale EG- und OG-Fenster mit Profilierungen (u.a. Kämpfer mit Klötzchenfries) und Beschlägen (Beschlag im OG links nicht aus der Erbauungszeit); Gaubenfenster und Rundbogenfenster im Zwerchhaus nicht aus der Erbauungszeit; Eingangstür mit profiliertem Kämpfer in der Substanz original (außen nachträglich neu verkleidet, im Rahmen einer Reparatur leicht verkleinerte Türöffnung); Kellersockel verändert (bis Sohlbankhöhe EG nachträglich glatt verputzt).

Rückfront: durch bauliche Erweiterung in Tiefe des Seitenflügels komplett verändert; in der ursprünglichen Form nur noch im OG rechts an der Fenstertür (Fenstertür mit beschlag vermutlich original) und Balkon (erneuert, vollständig neu verglast, Kunststoff) ablesbar; Firsthöhe original (identisch mit Nr.31).

Innen original: Keller: gemauerte preußische Kappen; Treppenhaus: originale ornamentierte Bodenfliesen (leicht reliefiert, floral-geometrisches Muster); hölzerne Treppenanlage (Lattung der Kellerwange, profilierte Antritts- und Zwischenpfosten mit Zapfen, gedrehte Geländerstäbe, Handlauf, Stufen, Fußleisten); EG: Küchentür; OG: 4 Zimmertüren (2 Türen teilverglast) mit profilierten Rahmen; 3 kassettierte Laibungen; Fensterbänke aus belgischem Granit; DG: 3 Türrahmen.

nicht denkmalrelevante Veränderungen: Rückfront vollständig neu verputzt; Flachdach mit Dachterrasse über dem OG (begehbar vom DG über erneuerte Dachgaube mit Fenster/Fenstertür); Fenster/Fenstertüren im EG erneuert (Kunststoff); OG-Fenster links in Holz (nicht aus der Erbauungszeit); Grundrißveränderungen im EG: rückwärtige Wohnraumerweiterung, Durchbruch Küche/Eßzimmer; mehrflüglige, verglaste Zwischentür Wohn-/Eßzimmer erneuert; im OG ebenfalls Grundrißveränderungen durch rückwärtige Erweiterung; straßenseitig vermutlich nachträglich eingezogene Zwischenwand (ursprünglich wohl großes Straßenzimmer); im DG Veränderung durch Fenstertür zur Dachterrasse (Dachgaube erneuert); WC auf dem 1.Zwischenpodest erneuert; WC/Duschbad auf 2.Zwischenpodest komplett neu angelegt.

Bestandteil des Denkmals ist auch die einseitige Hofmauer (neu verputzt) zum Nachbarhaus Nr. 35.

Die historische Entwicklung Lindenthals als westlicher Vorort Kölns beginnt 1843 mit dem Plan zur Gründung einer Wohnkolonie durch die Kölner Bürger Thelen und Fühling, die damals im Bereich der heutigen Dürener-, Falkenburg-, Herder und Theresienstraße Land erwarben, das gesamte Grundstück parzellierten und verkauften.

Ab 1846 begann die Bebauung zunächst nur zögerlich. 1888 folgte die Eingemeindung nach Köln in deren Folge gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine rege Bautätigkeit einsetzte. Geprägt wird die Bebauung Lindenthals einerseits durch eine gartenstadt-artig aufgelockerte Bebauung mit repräsentativen, villenartigen Bauten und andererseits durch eine geschlossene Wohnbebauung u.a. entlang der Wittgenstein-, Herder- und Theresienstraße.

Der weitgehend originale Erhaltungszustand des o.g. Objektes, das mit dem spiegelsymmetrisch gestalteten Nachbargebäude Nr. 31 eine bauliche Einheit bildet, dokumentiert auf anschauliche Weise die ursprüngliche Bebauung in Lindenthal, die im Verlauf der Theresienstraße im Bereich zwischen Bachemer Straße und Leiblplatz auch durch Doppelhausanlagen - neben den Bauten Nr. 31-33 ablesbar an den Häusern Nr. 36-38 und 25-27 (stark verändert) - geprägt wurde.

Die erhaltenen gründerzeitlichen Bauten entlang der Theresienstraße dokumentieren in ihrer heterogenen Zusammensetzung diese ursprüngliche Bebauung und prägen trotz starker Kriegszerstörungen das Straßenbild maßgeblich mit.

Als integraler, weitgehend intakter Bestandteil dieser Bebauung kommt dem o. g. Objekt eine unbedingt zu erhaltende städtebauliche und architekturgeschichtliche Bedeutung zu.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0