Wohnhaus
Euskirchener Straße 3 · Sülz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3432 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Euskirchener Straße 3, 50937 Köln |
| Baujahr | um 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.02.1986 |
| Stadtteil | Sülz |
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das um 1908 erbaute Mietwohnhaus als Zeugnis einer planmäßigen Bebauung neu erschlossener Wohngebiete im Vorort Sülz, der 1888 nach Köln neu eingemeindet wurde. Die Bauzeit des Hauses fällt noch in die erste Ausbauphase von Sülz, die nach der Jahrhundertwende beginnt und sich zeitlich anschließt an die Errichtung der Kölner Neustadt. Im deutlichen Unterschied zur historistischen Formensprache der Neustadtbauten zeigen sich in Sülz neue Stilelemente: Die vergleichsweise zurückhaltende und flächige Gliederung der Fassade mit asymmetrisch angelegtem Giebel schließt sich einer großen Gruppe von Sülzer Wohnbauten an, die vom geometrischen Jugendstil geprägt sind unter Verwendung klassizistischer Ornamente.
Baugeschichtlich bedeutsam ist die Gliederung des 3achsigen Wohnhauses mit drei Geschossen und Giebelgeschoß, Mittelrisalit mit aufgesetztem Balkon, Putzfassade mit Stuckgliederung (im Vorgarten fehlt die originale Einfriedung). Die schlichte Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportionen, Geschoßeinteilung, Höhe und Dachaufbau verdeutlicht, erhält eine Akzentuierung der Mittelachse durch den 3geschossigen Rilalit und seinen Balkonabschluß im Giebelgeschoß. Die in drei Geschossen betonte Symmetrie der Fassade wird im DG aufgehoben durch den über den ersten beiden Achsen aufgesetzten Giebel mit konkav geschweiften seitlichen Anschlüssen. Das EG ist durch einen flachen Fugenschnitt im Putz hervorgehoben und vom 1. OG durch ein Fensterbankgesims abgesetzt. Die übrige Stuckierung beschränkt sich auf ornamentierte Fensterstürze im EG (Eierstab) und 1. OG (Klötzchen), mit geometrischen Motiven gegliederte Rechteckfelder zwischen den Fenstern des 1. und 2. OG bei Hervorhebung der Mittelachse, Fries mit Eierstab und Diamantmotiven zwischen den Oberlichtern der Giebelfenster, Klötzchenmotiv am Giebelgesims; die gemauerte Balkonwand ist in strenger geometrischer Gliederung gitterartig durchbrochen. Das mit Schlagläden versehene Fenster in der Giebelspitze ist erkerförmig in einer hexagonalen Form hervorgehoben. Die überdachte Eingangstür ist orignal, die Flügelfenster mit Sprossengliederung in den Oberlichtern sind nur z. T (im 1. OG rechts und im Giebelgeschoß) erhalten. Die Dachgaube ist modern verändert. Die Rückwand des Hauses mit 3geschossigem Wohnflügel (in Verlängerung der linken Achse) ist verputzt, Seitenhaus rechts aus Backstein.
Originale Ausstattung im Innern: Hausflur mit inkrustiertem Terrazzoboden; Terrazzosockel, darüber Stuckwände mit antikisierenden Figurenreliefs, Deckenstuck in flacher Kassettengliederung. Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittswange. Originale Fenster im Treppenhaus, originale Wohnungstüren. In der EG-Wohnung ist eine originale Stuckdecke (Kehlleisten und Mittelrosette) erhalten, Zimmertüren weitgehend original.
Städtebaulich bedeutsam ist die Situation des Wohnhauses als Glied einer Reihe nur teilweise erhaltener gleichzeitiger Häuser, die mit entsprechenden auf der gegenüberliegenden Seite ein Denkmalensemble bilden, das eine Verbindung zwischen der Sülzburgstraße als Geschäftsstraße und dem ehem. begrünten Auerbachplatz herstellte, der dann erst in den 30er Jahren eine planmäßige Bebauung erfuhr.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0