Wohn- u. Geschäftshaus

Sülzburgstraße 170 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1462
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Sülzburgstraße 170, 50937 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.04.1983
Stadtteil Sülz

Das Eckhaus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Sülz, da es den um die Jahrhundertwende ansetzenden Ausbau dieses bis dahin kaum besiedelten Geländes zu einem Wohn- und Gewerbeviertel dokumentiert. Bis in die zwanziger Jahre blieben die südlich an die Sülzburgstraße angrenzenden Wohnhausblöcke für Bevölkerungskreise mit gehobenen Wohnansprüchen am Rand des Ausbaubereichs und stellen somit einen Übergang von der mehr gewerblich- und handelsorientierten Bebauung um die Ägidiusstraße hin zu reinen Wohnlandschaften im Süden dar.

Das Haus, gebaut um 1905, ist mit der dominierenden Vertikalgliederung (der Risalit zur Euskirchener Straße und der risalitartige Erker zur Sülzburgstraße hin werden durch Bänderung an den Kanten sowie die je zwei Fenster des ersten und zweiten Obergeschosses durch flache Putzumrahmung vertikal zu einer Einheit zusammengefaßt) und dem flachen und stilisierten Dekor (Fensterbekrönungen und -brüstungen) eine Variante des damals herrschenden Jugendstils. Eine ungewöhnliche Kombination der Backsteinfassade mit dem JugendstilDekor erhöht den Seltenheitswert dieses (leider im dritten Obergeschoß zur Euskirchener Straße und in der Dachzone veränderten) Hauses. Die horizontal verlaufenden Putzbänder (je in Höhe der Fensterbänke), die die einzelnen Geschosse von einander trennen, weisen ebenso wie der Dekor-Charakter auf eine ästhetische Verwandtschaft der Fassadengestaltung mit dem Barock hin.

Die Innenausstattung des Hauses (Terrazzotreppe mit Eisengeländer und Holzlauf, Boden- und Wandfliesen im Flur, originalen Zimmertüren und teilweise Fenstern im ersten Obergeschoß) folgt in einfachen Formen den damals üblichen Gestaltungsansprüchen und bildet somit einen Bestandteil des architektonischen Komplexes des Gebäudes.

In der sparsamen (sowohl in der dekorativen als auch in der das Material betreffenden Hinsicht) Art der Fassadengestaltung, aber auch in der ungewöhnlichen Stilmischung dokumentiert sich wohl ein Kompromiß zwischen der exponierten und daher verpflichtenden Position des Baugrundstücks (nach zwei Seiten hin, zwischen einer Geschäfts- und Verkehrsstraße) und den den finanziellen Rahmen betreffenden Absichten bzw. Möglichkeiten des Bauherrn.

Städtebaulich bildet das Eckhaus in der Korrespondenz in Maß, Proportion und Stil (Jugendstil) einerseits ein Glied in der durch die Wiederholung des Mittelrisalits rhythmisierten Kette repräsentativer Wohnhäuser der Euskirchener Straße, andererseits ist es ein Bestandteil der mit Ladenlokalen versehenen Bebauung der Sülzburgstraße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0