Wohnhaus
Riehler Straße 88 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3444 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Riehler Straße 88, 50668 Köln |
| Baujahr | 1890 bis 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.02.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Haus ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Siedlungs- und Baugeschichte von Köln. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der Riehler Straße um 1910 bis 1912. Die rechte Seite dieser Straße zählt zum nördlichen Villenviertel der Kölner Neustadt, die - 1881 nach Plänen von Hermann-Joseph Stübben angelegt - als die bedeutendste Stadtgründung des 19. Jh. im Rheinland gilt. Polizeiverordnungen von 1888 und 1889 schrieben eine offene Bebauung zwischen Riehler Straße und Rheinufer vor; sie wiesen somit die Gegend als Villenviertel aus.
Das Gebäude ist ein für den Villenstil des Viertels charakteristisches Bauwerk. Es weist sich als 3achsige, 3geschossige, mit Giebelgeschoß versehene Halbvilla aus. Die Hausfronten verdeutlichen als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion, Geschoßgliederung und - höhe sowie Dachaufbau. Die baukünstlerische Gestaltung kommt v. a. an den Putzfassaden mit Werksteingliederung zum Ausdruck. Die Straßenfassade erhält ihre repräsentative Note durch mehrere GestaltungsmittelS sie ist symmetrisch geordnet, die Symmetrieachse wird betont durch Balkone und einen geschweiften, mit Fruchtschalen geschmückten Dachgiebel. Einen Baukontrast bilden in der Behandlung das mit Rustika versehene und somit als schwerer Bausockel erscheinende EG und die durch eine Wandpfeilerkolossalordnung gegliederten hellen Putzflächen der OGs. Bildnerischer Schmuck am Bau sind die Puttireliefs auf den Mauerflächen der Außenachsen zwischen 1. und 2. OG. Die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung vervollkommnen Sprossenfenster im originaler Teilung und die Ziergitter der Balkone. Die Seitenfassade des Gebäudes wird gekennzeichnet von einem giebelbekrönten Risalit mit Eingangsvorbau, die Rückfront ebenfalls von einem Risalit.
Von der originalen Innenausstattung blieben die Marmortreppe mit Eisengeländer (z. T. erneuert), Wohnungs- und Zimmertüren sowie Stuckdecken (z. B. im 1. OG) erhalten.
Städtebaulich bildet die Halbvilla mit dem benachbarten zeitgleichen Verwaltungsgebäude der Agrippina Versicherungen ein historisches Ensemble, das der Riehler Straße zwischen Worringer Straße und Oppenheimstraße den architektonisch spezifischen Akzent gibt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0