Wohnhaus
Bachemer Straße 93 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3515 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bachemer Straße 93, 50931 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.03.1986 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist die um 1900 erbaute Villa als ein Zeugnis der Villenbebauung in Lindenthal um die Jahrhundertwende, die wegen der starken Durchgrünung des industriearmen Stadtteils schon vor der Eingemeindung nach Köln (1888) von wohlhabenden Kölner Bürgern begonnen wurde und kurz nach der Jahrhundertwende ihren Höhepunkt erlebte. Die stattliche Villa, die sich in ihrer Architektur an Bauformen der Renaissance orientiert, gehört mit ähnlichen Bauten in ihrer Nachbarschaft zu einer Gruppe großbürgerlicher Wohnbauten, die sich im Anspruch und im Baustil von der etwas später einsetztenden planmäßigen Bebauung Lindenthals durch Mietwohnhäuser unterscheidet.
Es handelt sich um eine 2achsige, 2geschossige Villa mit einem Giebelgeschoß; ihre Backsteinfassade ist mit Stuck gegliedert. Die beiden Geschosse des nach drei Seiten freistehenden Baukörpers sind an der Haupt- und Seitenfassade durch die Stuckgliederung klar voneinander getrennt: Über dem flächendeckend stuckierten Erdgeschoß (schräg ausgestelltes Sockelgeschoß mit kräftiger Rustizierung und Erdgeschoß mit ruhigerem horizontalem Fugenschnitt) erhebt sich das Obergeschoß und Giebelgeschoß im Backsteinmauerwerk mit stuckierten Gestaltelementen wie Ortsquadern, reiche Fenster- und Giebelverzierungen. Dieser horizontalen Teilung ist in der Hauptfassade die asymmetrische Achsengliederung entgegengesetzt: links der rechteckige, von Pilastern gesäumte Paterreerker (vier Fenster), Triglyphenfries und darüber Balkon mit Stuckbalustrade, Doppelfensterordnung mit Rundbogenverdachungen Mansarddach (Gaube erneuert). Die rechte Achse ist dagegen in einem flachen Risalit vorgezogen, der von einem reichen Giebel bekrönt ist (Giebelaufsatz fehlt), dreiteilige Fenstergruppen in beiden Geschossen, zweiteilige Fenstergruppe im Giebel.
Die Seitenfassade ist symmetrisch gegliedert durch einen (der Hauptfassade entsprechenden) Mittelrisalit mit Giebelbekrönung, hinter dem Hauseingang und Trepenhaus liegend. Stuckierte, z. T. figürliche Schmuckelemente an Kapitellen und in den Bogenfeldern über den Fenstern, das Wappen neben dem Hauseingang sowie durchlaufende kräftige Gesimse bereichern die plastische, reliefhafte Wirkung der eleganten Architekturformen. Ihnen entsprechen auch die reichen, geschwungenen Formen der Einfriedung des Vorgartens. Die Rückfassade (Wintergarten und Balkon modern verändert) ist in Backsteinen ausgeführt. Zur alten Innenausstattung zählen noch ein großer Teil der Fenster, sechs Stuckdecken, die Eingangstür und die Ausstattung des modern verkleinerten Treppenhauses.
Städtebaulich ist die Villa im Ensemble mit der zeitgenössischen, angebauten Nachbarvilla bedeutend als sehr gut erhaltenes Dokument der frühen, einstens geschlossenen Villenbebauung in diesem Abschnitt der Bachemer Straße.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0