Wohnhaus

Vorgebirgstraße 33 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3566
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Vorgebirgstraße 33, 50969 Köln
Baujahr1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.04.1986
Stadtteil Neustadt/Süd

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das 1903 inschriftlich datierte Wohnhaus als Dokument für die Jahre der Erstbebauung des südlichen Gebiets des ehem. Rayongeländes. Nach der Niederlegung der Kölner Stadtmauern ab 1881 wurde die Neustadt nach Plänen des Kölner Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben in ihrer Gesamtheit konzipiert, wobei die einzelnen Segmente des Halbkreises um die Altstadt unterschiedliche Wohn- und Bebauungsqualitäten aufweisen. Die Vorgebirgstraße ist eine der Hauptausfallstraßen aus der Südstadt, die hier, direkt am Volksgarten gelegen, mit anspruchsvollen Wohnhäusern wohlhabender Kölner Bürger bebaut wurde.

Baukünstlerisch bedeutend ist das 5geschossige, 4achsige Traufenhaus mit 2geschossigem hohen Haussockel und einem breiten Mittelrisalit als typisches Beispiel einer im Jugendstil dekorierten Stuckfassade. Der im Erdgeschoß und im ersten Obergeschoß polygonal geformte, im Fugenschnitt strukturierte Risalitvorsprung ist mit einem dreiecksförmigen Dachabschluß und einer bis zum ersten Obergschoß reichenden Portalzone versehen, deren Rahmung aus schwarzem Basalt mit Kartuschen und zwei am Fuß der Außentreppe angebrachten, original großen Löwenkopfplastiken aufwendig gestaltet wurde. Dem Risalit beidseitig angeordnet sind Balkone mit schmiedeeisernen Gittern im typischen Jugendstildekor, die sich auf den Außenachsen als Blendbalkongitter fortsetzten. Weitere Zierelemente sind Kartuschen, Kanneluren, Lorbeerkranz, weibliche Maske, Festons und Gehänge in verschiedenen Formen. Die Fenster, außer im Erdgeschoß als Zwillings- und Drillingsfenster formiert, weisen in ihrer vertikalen Anordnung Pfeilervorlagen mit kapitellartigen Abschlüssen auf. Trotz geringfügigem Verlustes einiger Dekorteile sowie der nicht vollständigen Anzahl originaler Balkongitter und Fenster (Oberlichtsprossen) verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und -höhe des Gebäudes. Zu erwähnen sei noch die historische, vom Mittelportal zu beiden Seiten symmetrisch angeordnete Vorgarteneinfriedung mit Werksteinsokkel und zwischen Pfeilern angebrachtem Gitterwerk. Das dem Gebäude hofwärts angefügte Seitenhaus besitzt noch die alte Fensterteilung.

Die Innenausstattung des Hauses entspricht dem hohen Anspruch der Fassade: im Entrée Marmortreppe, Mosaikfußboden, Marmorfußboden, Wandgliederungen aus grauem Marmor, Decken- und Wandstuck (Mäander-, Stabfriese, Festons etc.); im Aufzugsbereich gedrechselte Holzvertäfelung an Wand und Decke mit Kassettenfüllungen, Rundfenster, Kanneluren sowie zwei aufgesetzte, vergoldete Masken, im Treppenhaus schmiedeeisernes Treppengeländer mit Holzhandlauf, Marmorsockel, Wand- und Deckenstuck (bis drittes Obergeschoß), ein originaler, aufwendig gestalteter Wohnungstürabschluß (zweites Obergeschoß rechts) mit geschwungenen und geraden Profilen, unterschiedliche Ornamente und schmale Sichtfenster. Alle anderen Abschlüsse sind stilistisch angelehnt. In den Wohnungen sind noch teilweise Zimmertüren, Stuckdecken, z. T. Vertäfelung in Küchen und Bädern, teilweise Kacheln und Fliesenböden erhalten.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Dokument der ersten Ausbauphase der als Allee angelegten Vorgebirgstraße. Es bildet mit dem Haus Nr. 35 ein in Maß und Proportion gleichartiges Ensemble und repräsentiert in Verbindung mit den anderen historischen Bauwerken der Straße ihr ehem. prunkvolles Erscheinungsbild.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0