Wohnhaus

Volksgartenstraße 17 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7745
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Volksgartenstraße 17, 50677 Köln
Baujahr1909
Architekt / PlanungPaul Gerlach
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.01.1996
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut 1909; Architekt: Paul Gerlach; breitgelagerter Bau mit Seitenflügel und Hinterhaus.

Fassade: 4 Geschosse, Souterraingeschoß, ausgebautes Mansarddach mit hochaufragendem Giebelfeld; 3 Achsen (Eingang links mit originaler Tür); Natursteinfassade mit Schmuckelementen (Fensterbrüstungen) des späten Jugendstil; Fassadenrhythmisierung durch fünfseitigen, risalitartigen Standerker mit Balkon; linker Fassadenteil mit Balkonen (auf Konsolen gelagert); rechte Fensterachse leicht konvex vorgewölbt; EG mit bossiertem Naturstein (Sockelgeschoß); Fenster original (außer: EG rechts, 3. OG Mitte/ links, DG).

Innenhof: Vorderhaus zweiachsig (links vorgestuft mit Drillingsfenstern); Seitenflügel vierachsig (rechts erneuerte Balkone, links Lieferantentreppenhaus); Hinterhaus zweiachsig (aufgrund eines Kriegsschadens zweigeschossig); über abgeschrägte Ecke (mit Balkonanlage) an den Seitenflügel angeschlossen; Innenhof komplett verputzt; Fenster erneuert (außer Treppenhausfenster Lieferantentreppe).

Rückfront Hinterhaus: 4 Achsen ; verputzt; Fenster erneuert; originale Balkongitter (rechts).

Innen original: Treppenhaus/Entree mit grau-weißem Marmorboden und Wandbelag; Fußleisten in schwarzem Marmor; kassettierter Unterzug Entree/Treppenhaus; Messinghandläufe im Entree; Natursteinbodenfliesen auf den Geschoßpodesten; Treppenbelag aus Marmor; Metallgeländer mit Holzhandlauf; Lieferantentreppe (Metallkonstruktion mit hölzernen Trittstufen und Metallgeländer); Wohnungseingangstüren 1.- 4. OG (EG-Tür verblendet); Zimmertüren u. a. im EG (z. T. Doppeltüren mit aufwendigen Holzgesimsen) mit Beschlägen; Fußleisten; Parkettböden (u. a. im EG); Stuckdecken (u. a. kassettierte Decke im EG-Sraßenraum); 1. OG durch Umnutzung zu Praxisräumen verändert (WC-Einbauten); Schlafzimmer 1. OG mit originalen Jugendstil-Wandfliesen; Souterrain Vorderhaus zu Wohnraum umgenutzt (1978); Souterrain-Zugangstür erneuert; Kellertüren mit Beschlägen; Tiefkeller unter dem Hinterhaus; Grundrisse weitgehend unverändert.

Bestandteile des Denkmals sind auch die Innenhof- und rückwärtige Hofmauern so wie die straßenseitige Einfriedung (aufgemauerte Pfeiler, verputzt und mit Medaillons verziert/ Eisengeländer).

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, Plätzen, Grünanlagen und öffentlichen Plätzen ausgerichtet.

In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der alleeartig ausgebauten Volksgartenstraße als parallel zum Ring verlaufender Erschließungsachse eine besondere Bedeutung zu. Sie verbindet den für die stübbensche Planung typischen sternförmig angelegten Eifelplatz mit der weitläufigen Grünanlage des Volksgartens und der verdichteten Bebauung am Martin-Luther-Platz. Die südliche Neustadt gehört zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden (wie u.a. auch das "Gerichtsviertel" und das "Belgische Viertel"), die durch ausgesprochen repräsentative Bauten geprägt sind.

Das o.g. Objekt nimmt aufgrund seiner markanten Jugendstilfassade mit Natursteinverkleidung und neo-barocken Anklängen, des mächtigen Standerkers und des hochaufragenden Giebelfelds eine straßenbildprägende Stellung im Verlauf der Volksgartenstraße zwischen Vorgebirgsstraße und dem MartinLuther-Platz ein, die durch die starken Kriegszerstörungen auf der südlichen Straßenseite noch unterstrichen wird. Die aufwendige Gestaltung der Fassade und die großzügige Grundrißdisposition belegen auf eindrucksvolle Weise die hohen Ansprüche an das Repräsentationsbedürfnis und den erwarteten Wohnkomfort der Erstbewohnerschaft. Ablesbar geblieben ist ferner die damals in herrschaftlichen Bauten übliche Baustruktur mit einer eindeutigen räumlichen Trennung von Bewohnerschaft und Dienstboten, bzw. Anlieferern. Somit wird das o.g. Objekt zu einem unverzichtbaren Dokument der Kölner Neustadtbebauung und ist unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0