Wohn- u. Geschäftshaus
Weyerstraße 98 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2608 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Weyerstraße 98, 50676 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.08.1984 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Die mittelalterliche Stadtmauer mit dem Weyertor bildete einen Gürtel, dem sich die Altstadt um die Weyerstraße dicht bebaut von innen anschloß. Nach Niederlegung der Stadtmauer wurde zur räumlichen Verklammerung von Alt- und Neustadt die Weyerstraße mit der Huhngasse, die Straßen Mauritiuswall und Pantaleonswall in den Straßenkranz um den Barbarossaplatz, einem der ursprünglich großartigsten Stadtbauwerke Europas eingezogen. Die geradlinig velaufende Achse der Luxemburger Straße als Ausfallstraße wurde bis zur Ecke Weyerstraße/Mauritiuswall in die Altstadt hineingeführt. Die baumbestandene Erweiterung des Pantaleonswalls parallel zum Barbarossaplatz bildet den räumlichen Übergang zwischen den engen Straßenräumen der Altstadt und der Weite des Barbarossaplatzes. Das Objekt bildet als Eckhaus der Weyerstraße und des Mauritiuswalls einen wesentlichen Bestandteil der beschriebenen städtebaulichen Situation.
Das Objekt Weyerstraße 98, Eckhaus zum Mauritiuswall, wurde um 1900 als fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit drei Fensterachsen zur Weyerstraße, vier Fensterachsen zum Mauritiuswall, einer abgeschrägten Ecke mit Erker und einer Backsteinfassade mit Stuckgliederungen errichtet. Das EG und das 1. OG als Mezzaningeschoß bilden den Sockel für die zu einer Einheit zusammengefaßten OGs. Der flache Erker am 2. bis 4. OG mit rechteckigem Grundriß betont die abgeschrägte Gebäudeecke. Die liegenden Rechteckfenster des Mezzaningeschosses mit den breiten Rahmungen aus unregelmäßig breiten Quadern leiten im Gegensatz zu den stehenden Rechteckformen der übrigen Fenster, wie ein Fries über dem flachen Stockwerkgesims des EG zu der kastenförmigen Auskragung des Stockwerkgesimses des Mezzaningeschosses, dem oben abschließenden Gesims des Gebäudesockels über. Innerhalb der flächig gehaltenen Fassadenfelder des 2. bis 4. OG, die mit einem knappen, schräg aufsteigenden Traufgesims abschließen, sind sämtliche Fenster (Zwillingsfenster) vertikal durch gemeinsame Putzrahmung, welche die Brüstungsfelder mit einschließen und horizontal durch schmale Putzstreifen in Fensterbankhöhe gitterartig miteinander verbunden. Der Eckerker, dessen Zwillingsfenster zur Betonung der Ecksituation mit flächigen Einzelrahmungen umgeben sind, wird durch das Stockwerkgesims des Mezzaningeschosses und das Traufgesims von beiden Fassadenflügeln aus in die Fassade eingebunden. Diese aufgezeigten gemeinsamen Bindungen werden an jedem Fassadenflügel von eigenständiger Symmetrie überlagert. Die Architektur übersetzt Elemente aus dem Formenkanon der Renaissance in eine stark individuelle geprägte Aussage. Im Innern des Hauses konnte außer dem Treppenhausboden kein ursprünglicher Bestand festgestellt werden. Der Treppenhausboden besteht aus einem schmalen Streifen vor der parallel zur Außenwand liegenden einläufigen Treppe. Den schwarz-weißen Terrazzospiegel rahmen drei von innen nach außen breiter werdende Terrazzostreifen in Rot, Grau und Rot-hellbraungrau, die eine schwarz-weiße Mosaikreihe von der zentralen Spiegelfläche absetzt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0