Fabrikgebäude (Leuchtenfabrik Vulkan)

Lichtstraße 43 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3715
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungFabrikgebäude (Leuchtenfabrik Vulkan)
Adresse Lichtstraße 43, 50825 Köln
Baujahrum 1898
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.09.1986
Stadtteil Ehrenfeld

Die Ostfassade des zweigeschossigen Verwaltungsgebäudes hat in der Mitte einen Risalit mit Giebel, wodurch der repräsentative Charakter unterstrichen wird. Das Innere des Verwaltungsgebäudes weist originale Bestandteile auf. Dazu gehören der farbige Fliesenfußboden im Eingangsbereich, das Treppengeländer, welches im unteren Teil schmiedeeisern ist und im ersten Obergeschoß, beginnend mit einem hölzernen Antrittspfosten in Kandelaberform, als Holzgeländer weiterläuft, außerdem Reste von Stuckverzierung in verschiedenen Räumlichkeiten des Hauses.

Das Sozialgebäude setzt sich aus einem Hauptbau, einem hofseitig giebelständigen und vom Hauptbau durch einen weiteren Giebel abgesetzten niedrigen Anbau und einem Turm zusammen. Die vierachsigen Längsfassaden des Hauptbaus werden durch je vier Fensterpaare in jedem Geschoß, unterbrochen von hellen Lisenen, strukturiert. Im Erdgeschoß sowie im 1. Obergeschoß waren Stahlsprossenfenster angebracht, die zum Teil original erhalten sind. Die turmartig erhöhten Ecklisenen sind mit Satteldächer abgeschlossen. Die Giebel der Stirnseite sind geschwungen, an den beiden zum Hof gerichteten Giebelfronten befinden sich in der Mitte des 2. Obergeschosses, angepaßt an die Rundung des Giebels, je ein Rundfenster. Der seitlich angebaute Rundturm mit metallenem Kuppeldach ragt mit einem Fensterumlauf über das übrige Gebäude hinaus. Das im Innern befindliche Treppenhaus ist im originalen Zustand.

Bei der hinter dem sozialen Gebäude liegenden Maschinenbauhalle ist die Dachkonstruktion aus Holz- und Stahlstützen im Innern besonders erwähnenswert.

Rechts neben dem sozialen Gebäude steht die eingeschossige Leuchtenhalle mit dem angeschlossenen dreigeschossigen Bürotrakt. Die originalen Fenster sind auch hier weitgehend erhalten. Die Mittelachse der zum Hof gewandten Fassade des Bürotraktes wird durch einen Risalit mit einem stufenfömig vorgesetzten Ziergiebel hervorgehoben, der im zweiten Obergeschoß einen weiteren flachen, auf Konsolen ruhenden, rein dekorativen Vorbau trägt. Deutlich ist hier eine Korrespondenz mit der Risalitgestaltung am Verwaltungsgebäude erkennbar. Im Innern der Halle sind die ehemaligen Dachstützen auf Stahl bzw. Holz erhalten.

Im rechten Eingangsbereich der Fabrikanlage ist eine Grünanlage vorhanden, die ehemals zum repräsentativen Bestandteil der Werkanlage gehörte.

Dieser um 1898 entstandene Fabrikbau ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Ehrenfeld. Die Gebäude stellen ein Zeugnis für den Charakter der Lichtstraße als Teil des traditionellen Ehrenfelder Industriegebiets dar, das sich im Nordwesten Ehrenfelds entwickelte. An den Bauten, die zu einer der wenigen noch erhaltenen und genutzten Farbikanlagen dieses Industrieviertels gehören, werden die Produktionsverhältnisse um die Jahrhundertwende veranschaulicht. Die Gebäude zeigen in ihrem äußeren Erscheinungsbild den funktionalen Charakter verknüpft mit rein dekorativen Elementen, die der Anlage ihren besonderen Reiz verleihen. Die Bauten aus rotbraunem Backstein sind durch helle Backsteinstreifen horizontal gegliedert. In ähnlicher Weise sind jeweils die Laibungsbögen der Fenster sowie die Dachgesimse abgesetzt. Den straßenwärtigen Fronten des Sozialgebäudes und der gegenüberliegenden Fassade des Verwaltungsgebäudes sind als repräsentative Ansichtsfronten kräftig rote Klinker - wiederum mit gelben Klinkern untergliedert - vorgeblendet.

Die Bedeutung der Fabrikanlage Vulkan liegt in der noch erhaltenen Geschlossenheit des Gesamtkomplexes, der sich aus klar ablesbaren verschiedenen Bautypen zusammensetzt, die gestalterisch aufeinander abgestimmt sind und somit das industrielle Bauschaffen in Ehrenfeld dokumentiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0