Hofanlage Haus Közal
Zaunstraße 59 · Lövenich
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3942 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Hofanlage Haus Közal |
| Adresse | Zaunstraße 59, 50859 Köln |
| Baujahr | um 1862 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.10.1986 |
| Stadtteil | Lövenich |
Die um 1862 errichtete Hofanlage weist ein zweigeschossiges Herrenhaus, straßenseitig mit sieben Achsen, hofseitig mit fünf Achsen, angebaute Wirtschaftsgebäude mit Toreinfahrt, sowie Garten mit originaler Einfriedung auf. Rechtwinklig zur Zaunstraße und zum Dukatenweg gelegen, fügt sich die Anlage in einen annähernd quadratischen Grundriß der Einfriedung, die sich feldeinwärts an die Scheune im Nordwesten und an den Eingang neben der Toreinfahrt im Nordosten schließt. Zur Zaunstraße präsentiert sich die symmetrische Backsteinfassade durch eine betonte Mittelachse des Hauseingangs mit Segementbogen und Werksteinrahmung. Die originale Eingangstür (Holz) mit oberem Fensterabschluß ist durch Zierprofile in vertikale Felder kassettiert. Mit dem darüber befindlichen Fenster im 1. Obergeschoß ist der Hauseingang durch einen bis unter das Traufgesims verlaufenden Mittelrisalit von der übrigen Fassade abgesetzt. Die Breite des Risalits bestimmt sich aus dem Durchmesser des Halbkreisbogens mit Rosettenfenster innerhalb des Giebelfeldes über dem Traufgesims. Durch Rollverband über den Segmentbögen der Fenster und durch Werkstein der Sohlbänke treten die Fenster hervor, die im Erdgeschoß vergittert sind und im 1. Obergeschoß durch Rosetten über den Segmentbögen betont werden. Auf dem Walmdach sind, entsprechend dem Verlauf des Giebelfeldes, die Giebelgaupen zu beiden Seiten schräg übereinander versetzt. Die klassizistisch anmutende Fassade besitzt zur Zaunstraße eine Einfahrt mit Werkstein flach verdachten Torpfosten und konkav geschwungenem, schmiedeeisernem Tor. Im Nordosten zeigt die überdachte Toreinfahrt, ebenfalls mit schmiedeeisernem Tor, eine Kombination unterschiedlicher Mauerverbände: Rollverband unter der Verdachung, am Blendhalbkreisbogen des Nebeneingangs und am Korbbogen der Toreinfahrt; darüber tritt er als lang gestreckter Zierrahmen zusammen mit einem Deutschen Band innerhalb des Kreuzverbandes in Erscheinung, der auch an der Einfriedung ablesbar ist, deren oberer Abschluß ebenfalls Rollverband aufweist.
In Lövenich läßt sich die dörfliche Struktur mittelalterlicher Prägung noch heute an den bedeutenden Hofgütern, zahlreichen dörflichen Wohnbauten und der in Teilen noch mittelalterlichen Pfarrkirche ablesen. Das in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtete Gut Közal an einer der historischen Ausfahrtstraße ist ein dominierendes ortsgeschichtliches Dokument im nördlichen Teil von Lövenich.
Markant herausragend befindet sich das Haus Közal an der Zaunstraße als eine der Hauptadern, die mit dem quadratischen Dorfgrundriß Brauweiler Straße, Braugasse, Moltkestraße und Kalk-Kaulen-Straße verbunden ist. Zu diesem südlich gelegenen Ortskern mit den Haupthöfen des Dorfes Mertenshof, Keuschhof und Odemshof, die sich um die Kirche mit aufgelassenem Dorffriedhof schließen, bildet das Haus Közal ein bedeutendes, unverzichtbares städtebauliches Pendant im Nordosten von Lövenich.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0