Wohnhaus
Marienburger Straße 45 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4002 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Marienburger Straße 45, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.12.1986 |
| Stadtteil | Marienburg |
Das zweigeschossige Doppelhaus aus der Zeit um 1908 besitzt eine Putzfassade mit Werkstein- und Stuckgliederung. Die zwei Achsen der Straßenfassade werden im Erdgeschoß durch einen halbrunden Erkervorbau gegliedert, darüber liegt ein gerader Erker mit zwei Fenster. Hohe Mansardgiebel lassen das Haus giebelständig erscheinen, der gleiche Giebel wiederholt sich in der Seitenfassade.
Die originale Grundstückseinfassung des Vorgartens blieb erhalten. Ebenfalls sind original die Holzfenster und die Haustür. Auf der Gartenseite liegt erdgeschossig eine Holzveranda. Das Nachbarhaus Nr. 47 wiederholt mit kleinen Abweichungen die Fassadengestaltung des Hauses Nr. 45.
Im Innern weist das o. g. Gebäude noch größtenteils den originalen Ausbau auf. Schon im Eingang ist die Materialienvielfalt dieses reichen Baustiles ausgebreitet: Ausgleichsstufen aus Marmor, Bodenbelag aus roten Fliesen und Parkett, originale Türen mit facettiertem Glas, schöne Eichenholztreppe mit Holzgeländer. In der Küche befinden sich noch der originale Terrazzoboden und die originalen Fliesen.
Sehr beachtenswert ist die noch vollständig erhaltene Vertafelung des Wohnzimmers mit passender Stuckdecke. Die Stuckdecken blieben in allen Räumen erhalten, ebenso die Türen, Fußleisten und Marmorfensterbänke.
Der originale Ausbau ist im wesentlichen auch im 1. OG anzutreffen.
Das Haus Marienburger Str. 45 ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvorortes aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts darstellt. Dieses Ensemble, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jahrhundert eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert wurde auf dem Gelände nach Plänen des Stadtbaumeisters J. Stübben eine Villenkolonie, benannt nach dem örtlichen Gutshof, angelegt.
Bedeutende deutsche Architekten wie Paul Bonatz, Otto March, Herrmann Olbrich und andere haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen.
Das Haus ist deshalb erhaltenswert aus städtebaulichen und architektonischen, aber auch aus kunstgeschichtlichen Gründen.
Städtebaulich dokumentiert die Doppelvilla die ältere Originalbebauung der Marienburger Straße, für deren originalen Charakter sie ein unverzichtbares Beispiel ist. Innerhalb des Marienburger Ensembles ist das Doppelhaus ein wesentliches und sehr charaktervolles Teilstück, dem durch seine Ecklage zusätzlich stadtraumbildende Eigenschaften auszusprechend sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0