Wohn- u. Geschäftshaus

Aachener Straße 15 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4006
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Aachener Straße 15, 50674 Köln
Baujahr1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.01.1987
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude Aachener Str. 15 wurde 1895 als viereinhalbgeschossiges, zweiachsiges Wohnhaus mit einem Zwischengeschoß, einem Attikageschoß, einem Erker, Loggien, einer Backsteinfassade und Stuckgliederungen erbaut.

Von kunstgeschichtlicher Bedeutung ist die Fassade des betreffenden Gebäudes. Von dem stark veränderten Erd- und Zwischengeschoß ist nur der Eingangsbereich mit waagerecht verlaufenden Fugen original erhalten, welche die Stuckflächen einteilen. Über dem Erd- und Zwischengeschoß erhebt sich die Backsteinfassade, welche durch einen alle Geschosse durchlaufenden Erker und durch drei Loggien, jeweils eine auf jeder Etage, gekennzeichnet wird. Vom Grundriß her gesehen bildet der Erker ein Trapez, die Loggien jeweils ein Dreieck. Der nach außen vor den Baukörper vortretende Erker steht im Gegensatz zu den schräg nach innen in den Baukörper verlaufenden Loggien. Die Helligkeit der Erkerfläche bildet ein Widerspiel zu der Dunkelheit der Loggien. Stuckbänder gliedern als Brüstungs- und Stockwerkgesimse die Backsteinfassade in der Waagerechten. Zierrat und Schmuck aus Stuck befinden sich in den Brüstungsfeldern unter den Erkerfenstern und auf den Umrahmungen der Loggien. Auf der Backsteinfassade, die nach oben hin durch ein kräftiges Gesims abgeschlossen wird, lagert das teilweise veränderte Attikageschoß, dessen Fenster von Pilastern gerahmt werden. Die Fassade, die als konstruktiver Bestandteil des Gebäudes Geschoßgliederung, Geschoßhöhe und Hausproportion wiedergibt, wirkt durch ihre klare, abwechslungsreiche und ausgewogene Gliederung anziehend auf den betrachtenden Menschen. Die Rückseite des Gebäudes und die Ansichtsseiten des Anbaues bestehen aus Sichtziegelmauerwerk. Im Innern des Gebäudes sind im Hausflur die Marmortreppe, Wand- und Deckenstuck, eine den zwischen Hausflur und Treppenhaus befindlichen Sturz tragende Atlantengruppe, hölzerne Briefkästen, die hölzerne Treppe samt Antrittspfosten, Geländer und Handlauf sowie die Wohnungsabschlußtüren original erhalten.

Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Architekten Karl Henrici und des Kölner Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben durchgeführt. In einheitlicher Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Dabei wurde die Hahnen-Torburg als Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung bewußt in die Stadtplanung einbezogen und als Ausgangs- bzw. Endpunkt der wichtigen Ausfallstraße nach Westen und der zeitweise zur Alleestraße ausgebauten Aachener Straße bewahrt. Das Gebäude Aachener Str. 15 ist ein Zeugnis für die ursprüngliche Bebauung nahe der Hahnen-Torburg; es besitzt somit ortsgeschichtliche Bedeutung.

In der Aachener Straße gibt es auf beiden Seiten verhältnismäßig viele Bauten aus der Zeit der Stadterweiterung. Zugehörig zu dem o. g. Objekt sind die Gebäude Nr. 1, 5, 7, 11, 17, 19, 21, 25, 2, 12, 16, 20, 30, 32, 34, 36, 38. Das Gebäude Aachener Str. 15 ist somit in städtebaulicher Hinsicht von Bedeutung. Diese kann bei einem Gang durch die Aachener Straße von jeder Bewohnerin und jedem Bewohner Kölns erkannt werden.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0