Wohn- u. Geschäftshaus

Aachener Straße 17 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_5996
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Aachener Straße 17, 50674 Köln
Baujahrum 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.04.1991
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1904; 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit 2 Gauben und breitem, halbkreisförmigen Giebel in der Mittelachse, flachgerundete Balkone in der linken und rechten Achse, fassadenhoher Erker mit aufgesetztem Balkon (orig. Brüstungsgitter) in der Mittelachse, Tordurchfahrt, Fassaden in verschiedenen Putztechniken und mit Stuckgliederungen im Jugendstil und im Neoklassizismus, EG verändert (im Ladenbereich u. a. durchgehendes Lokal mit Nr. 19); Fenster, Balkontüren, Ladentüren sowie Tor zur Durchfahrt weitgehend verändert. Rückseite und seitlicher Anbau in zweifarbigem Backstein, Fenster, ehemalige Balkontüren (mit davor angebrachten Resten der orig. Balkonbrüstung) und Eingangtür verändert (außen vor der Eingangstür parallel zur Rückfront des Vorderhauses teilweise Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen), Tür neben Tordurchfahrt original; Tordurch- fahrt weitgehend mit Bodenbelag aus sechseckigen Fliesen, Wandfliesen zur halben Höhe, Reste von Deckenstuck.

Im Innern original erhalten: im Flur Terrazzotreppe mit Metallgeländer und Holzhandlauf, Zwischenpodeste teilweise mit Belag aus sechseckigen Fliesen, teilweise Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe, weitgehend Wohnungseingangstüren sowie Kellertür; in den Wohnungen teilweise Zimmertüren. Bestand- teil des Denkmals ist auch das an den seitlichen Anbau anschließende, fast dieselbe Traufhöhe erreichende Hinterhaus auf winkelförmigem Grundriß (insgesamt dreiseitige Hofumbauung), Fassade in zweifarbigem Backstein, ein Balkon mit orig. schmiedeeiserner Brüstung (restliche fehlen wie bei Vorder- und Seitenhaus), Fenster und ehemalige Balkontüren (mit davor angebrachtem Rest des orig. Brüstungsgitters) weitgehend original, Eingangstür verändert, Terrazzotreppe vor der Eingangstür original. Hier im Innern original erhalten: im Flur weitgehend Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen, Terrazzotreppe mit schlichtem Metallgeländer, Zwischenpodeste mit Belag aus sechseckigen Fliesen, weitgehend Wohnungseingangstüren (mit Oberlichten) sowie Kellertür; in den Wohnungen weitgehend Zimmertüren.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Aachener Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde als lindenbestandene Alleestraße angelegt und ab 1885 bebaut. Das Haus Nr. 17 ist integraler Bestandteil der in diesem Abschnitt der Aachener Straße, zwischen Händel- und Brüsseler Straße, weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile. Gleichzeitig bildet es mit seinem etwa zeitlich entstandenen, fassadenähnlichen Nachbarhaus Nr. 19 ein Ensemble. Wie bei diesem ist bei der Fassadengestaltung eine besondere Betonung der Mittelachse durch den Erker und durch den rundbogenförmigen, von zwei Obelisken gerahmten Ziergiebel gegeben. Durch verschiedene Putztechniken, wobei glatte Flächen mit Rillenputz oder Fugenschnitt wechseln, wird die äußere Gestaltung, die neben Elementen des Jugendstils auch die des Neoklassizimus aufnimmt, sehr abwechslungsreich gehalten. Das o. g. Objekt, das die Maßstäblichkeit der Bebauung bewahrt, veranschaulicht, trotz einiger Veränderungen, das ursprüngliche Erscheinungsbild an der Aachener Straße und wird auch im Hinblick hierauf zum unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0