Hofanlage Grülshof

Rüdigerstraße 93 · Merheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4097
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungHofanlage Grülshof
Adresse Rüdigerstraße 93, 51109 Köln
Baujahr18. bis 19. Jahrhundert
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.04.1987
Stadtteil Merheim

Der Grülshof besteht aus einem ältern Bau mit Schopfwalmdach aus dem 18./19. Jahrhundert, dessen Erdgeschoß aus Backstein besteht, während das 1. Obergeschoß zur Straße hin in Fachwerk ausgeführt ist. Die Fachwerkkonstruktion scheint eine Rekonstruktion des 19. Jahrhunderts zu sein. Die Fenster wurden als Sprossenfenster nach dem Original erneuert, an der Außenfassade sind einflügelige Klappläden angebracht. Die Giebelwand ist backsteinsichtig und geputzt.

An das Wohnhaus wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein 2-achsiger, 2-geschossiger Erweiterungsbau in Backstein angefügt, der ebenfalls weiß verputzt wurde. An diesem schließt sich über Eck ein ehemaliges Stallgebäude an, das heute teilweise als Wohnhaus genutzt wird. Der Hof ist im vorderen Teil gepflastert. Die Hoffassaden sind verputzt.

Im Inneren blieb im Erdgeschoß die schlichte Kölner Decke erhalten. Ein Teil des Steinfußbodens des 19. Jahrhunderts ist bemerkenswert sowie die Innentüren mit Holzgewände und Füllungen, an die aus neuerer Zeit stammende Haustüre in Holz sich stilistisch anpaßt. Es ist ein Gewölbekeller in Backstein vorhanden.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die fränkische Siedlung Merheim entwickelte sich in der Nähe eines alten Rheinarmes, wo noch heute eine neolithische Motte erkennbar ist. Die beiden Siedlungsschwerpunkte waren der schon im Jahr 1000 vorhandene Frohnhof mit seiner eigenen Kirche St. Gereon, ein Besitz des St. Gereonstiftes in Köln und der Grühlshof im Südlichen Teil, der, ursprünglich den bergischen Grafen gehörend von diesen im 14. Jahrhundert der Abtei Altenberg geschenkt wurde. Das o. g. Objekt bildet den Wohnteil des alten Grülshofes.

Nach der Säkularisation wurden die Gebäude des Hofes zeitweilig als Schule verwendet. Die ursprünglich bis zur heutigen Fußfallstraße reichende Anlage wurde durch den Abriß der Scheune und der Nebengebäude - mit Ausnahme des ursprünglich auch zum Grülshof gehörenden Gebäudes Rüdigerstr. 91 - bis auf die Wohnbauten reduziert.

Zwischen Grülshof und Frohnhof erstreckte sich die Rüdigerstraße als älteste Dorfstraße Merheims. Sie hat noch heute diesen Charakter - trotz moderner Baugruppen - nicht völlig verloren. Die parallel verlaufende Abshofstraße ist erst im 19. Jahrhundert, die Fußfallstraße im 20. Jahrhundert von einem Flurweg zu einer Straße ausgebaut worden. Früher verlief die Rüdigerstraße bis zum Gut Schlagbaum und Haus Herl. Als wesentlicher Bestandteil des alten bergischen Dorfes Merheim, bis ins 19. Jahrhundert geistliches und weltliches Zentrum der alten Bürgermeisterei, ist der Grülshof für Köln unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0