Wohnhaus

Rüdigerstraße 41 · Merheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6602
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Rüdigerstraße 41, 51109 Köln
Baujahr1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.08.1992
Stadtteil Merheim

1880 erbaut; traufständig, 2 Geschosse, 3 Achsen, Satteldach, Backsteinfassade mit Gliederungen (Konsol- und Sägezahnfries), Wandöffnungen mit Segmentbogen, Sohlbänke in rotem Sandstein. Haustür (mit Oberlicht) original, Fenster verändert. Im Inneren original erhalten: Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, Bogen mit sprossiertem Oberlicht zwischen Flur und Treppenhaus, zahlreiche Türen, Gewölbekeller. Rückseite: Backsteinfassade mit Gliederungen, im 1. OG halbrundes Fenster in der Mittelachse, Ankersplinte. Hoftür original, Fenster verändert. Ostfassade backsteinsichtig, Segmentbogenfenster verändert, S-Anker. Wirtschaftsgebäude: rückwärtig an der westlichen Grundstückgrenze gelegen, kleiner 1geschossiger Backsteinbau mit Satteldach, weitgehend Segmentbogenöffnungen, Holztüren mit Stichbogenabschluß, veränderte Sprossenfenster. Nicht zum Denkmal gehört der spätere Anbau an der Südseite des Wirtschaftsgebäudes.

Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Merheim verfügt nur noch über eine geringe Zahl historischer Bauten. Das Haus Rüdigerstr. 41 ist deshalb als Dokument der einst dörflichen Struktur des in seinen Ursprüngen bereits um 1000 zurückgehenden Ortes Merheim ein unverzichtbares Denkmal. Es bildet einen integralen Bestandteil der sich westlich des ersten Siedlungskerns entwickelnden Dorfstraße - der Rüdigerstraße -, welche durch vereinzelte Fachwerkbauten, ländliche und teilweise auch mit Stuckfassaden versehene Backsteingebäude sowie höhere Wohnhausgruppen der 20er Jahre geprägt wird. Der Erhalt der vorwiegend ländlichen und vorstädtischen Häuser dieser Straße ist für die Veranschaulichung der historischen Dorfstruktur von Merheim auch insofern besonders wichtig, als in der Abshofstraße nach dem Krieg zahlreiche Bauten abgerissen wurden und die Rüdigerstraße somit die einzige Straße in Merheim darstellt, deren Baudenkmäler in gestreuter, aber nicht zu vereinzelter Lage eine Ensemblewirkung herbeiführen können. In der Nachbarschaft zu höheren und niedrigeren Gebäuden läßt sich anhand des Backsteinhauses Nr. 41 beispielhaft die allmähliche Erschließung der Straße und die städtebauliche Entwicklung des Dorfes Merheim zu einem Wohnvorort Kölns nachvollziehen. Bauhistorisch bedeutend ist das Backsteinhaus als Zeugnis ländlicher Vorstadtarchitektur, die in Köln nur noch selten erhalten ist. Es handelt sich um ein traufständiges Dreiachsenhaus mit dem Eingang in der Mittelachse. Dieser Haustyp mit seiner achsensymmetrischen Fassadengliederung läßt sich auf die klassizistische preußische Architektur des 19. Jahrhunderts zurückführen - eine Stilrichtung, die sich in Köln grundsätzlich nicht durchsetzen konnte, in Merheim aber, beeinflußt durch die klassizistische Saalkirche St. Gereon, verstärkt im Wohnhausbau des 19. Jahrhunderts auftritt. Die stilähnlichen und teilweise auch in Material und Dekor übereinstimmenden Häuser Rüdigerstr. 41, 17, 79, Von-Eltz-Platz 4 und Abshofstr. 66 dokumentieren denn auch die Verbreitung und Abhängigkeit bestimmter Architekturformen innerhalb eines Ortes oder Stadtviertels.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0