Wohnhaus

Eythstraße 59 · Kalk

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4109
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Eythstraße 59, 51103 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.04.1987
Stadtteil Kalk

Das Mietwohnhaus wurde um 1905 errichtet.

Baukünstlerisch bedeutend ist das viergeschossige, vierachsige, satteldachgedeckte Traufenhaus vor allem wegen seiner frei aus dem Formenapparat der Renaissance zitierten üppig stuckierten Backsteinfassade. Über dem mit Putzbändern strukturierten Erdgeschosses erhebt sich ein auf ornamentierten Konsolen ruhender, eingeschossiger, zweiachsiger Erker mit Balkonaufsatz, der sich optisch als flacher Risalit bis in das vierte Geschoß fortsetzt. Die durch profilierte Stockwerck- Fenster, Erker- und Balkongesimse sowie ein gekröpftes Traufgesims horizontal gegliederte Fassade erfährt auch eine vertikale Strukturierung durch das sich vom zweiten bis vierten Geschoß ziehende Fenstergerähm der rundbogigen und (teils abgerundet) rechtwinkligen Fensteröffnungen. Die reiche Stuckierung besteht insbesondere aus vegetativen ortnamentierten Brüstungs- und Bekrönungsfeldern, Konsolen und Kartuschen, einer Skulptur und einer Maske inmitten von Weinranken, Girlanden und Friesen; die geometrische Ornamentik an der Eckkanten des Risalits sowie dem Erker im Bereich des Erdgeschosses sorgt für einen aufregenden Wechsel von Strenge und Verspieltheit. Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Ortsgeschichtlich aussagefähig ist das Mietwohnhaus als Zeugnis des raschen Wachstums der von 1881 - 1910 selbständigen Stadt Kalk. Für die Beschäftigten der in der Gründerzeit stark expandierenden Kalker Industriebetriebe bestand größter Wohnraumbedarf, der durch die schnelle und großzügige Bebauung zahlreicher Straßen um die Kalker Hauptstraße herum mit großstädtisch wirkenden, oft anspruchsvoll dekorierten Miethäusern gedeckt werden sollte.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als wichtiger Bestandteil eines Straßenensembles mit den Hausnummern 55, 57 und 61, das im Vergleich zu den neueren Bauten der Umgebung das geschichtliche und baugestalterische Zusammenwachsen der großstädtischen Struktur ablesbar und erlebbar macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0