Wohnhaus
Nießenstraße 44 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4134 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Nießenstraße 44, 51103 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.05.1987 |
| Stadtteil | Kalk |
Das Gebäude wurde um 1900 errichtet.
Baugeschichtlich bemerkenswert ist das 4-geschossige, 4-achsige Traufenhaus als Besipiel einer mit Stilzitaten aus der Renaissance bereicherten Architektur um die Jahrhundertwende, dessen Fassade auch in einigen Dekordetails und den geschnitzten Holzverkleidungen der 3 Dachgauben, der mit schmiedeeisernem Gitter und Schnitzarbeiten versehenen Haustür sowie einem großen Teil der Fensterteilung mit Kapitellabschluß noch ungewöhnlich vollständig erhalten ist. Die Fassade wird gegliedert durch profilierte, gekröpfte Gesimse und ein breites Konsoltraufgesims, wobei der flache Risalit auf der rechten Außenachse mit einbezogen wird.
Während die Fenster im 4. Geschoß nur durch ohrige Fensterrahmung, im 3. Geschoß zusätzlich durch gerade Verdachungen mit Konsolen betont sind, weist sich das 2. Geschoß mit seinen auffälligen Dekorelementen als sogenannte Belétage aus: über dem rustizierten Erdgeschoß beleben die Fassade Fensterbrüstungsfelder mit die Achsenbreite betonenden kapitellähnlichen Pfeilern, konsolverstärkte Segmentbogenverdachungen mit Fächerrosettendekor sowie eine auf dem Risalit liegende Dreiecksgiebelverdachung mit Maskenzier.
Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Im Innern des Gebäudes ist an originaler Ausstattung noch eine Holztreppe mit gedrechseltem umlaufendem Geländer nebst Antrittspfosten erhalten.
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das Wohnhaus, da es den sprunghaften Ausbau dieses industriellen Vororts um die Jahrhundertwende dokumentiert. Nach der Ansiedlung von großen Industrieanlagen Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Kalk (1877) zu einer selbständigen Stadt. Der wirtschaftliche Aufschwung führte zu einer immer intensiveren Bebauung des bisher freien Geländes in der Nähe der Industrieanlagen und entlang der Kalker-Hauptstraße, vor allem mit Wohnhäusern für Arbeiter und Angestellte der umliegenden Industrie.
Städtebaulich bedeutsam ist das Objekt Nr. 44 als abschließender Bestandteil eines lückenlos erhaltenen Straßenensembles mit den Hausnummern 30 - 44, das im Vergleich mit den jüngeren Bauten der Nießenstraße das geschichtliche und baugestalterische Zusammenwachsen der großstädtischen Struktur dokumentiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0