Wohn- u. Geschäftshaus
Nießenstraße 42 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4197 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Nießenstraße 42, 51103 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.06.1987 |
| Stadtteil | Kalk |
Das Gebäude wurde um 1900 errichtet. Baugeschichtlich bemerkenswert ist das viergeschossige, vierachsige Traufenhaus insbesondere wegen seines symmetrischen Fassadenaufbaus sowie seiner homogenen Bauzier in Form von balusterartigen Fensterbrüstungsfeldern und einem Bogenfries mit Maßwerkelementen. Die linke Achse wird betont durch einen flachen Risalit, der von den gekröpften durchgehenden Fensterbankgesimsen und dem mehrfach profilierten Traufgesims mit einbezogen wird. Das 2. Geschoß wird durch dekorierte Kartuschen besonders hervorgehoben (die sog. Belétage). Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskernes Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Im Innern des Hauses ist an alten Ausstattungsteilen noch erhalten: ein inkrustierter Terrazzofußboden mit Mosaikkante, Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer, teilweise Wohnungstürabschlüsse und Wohnungstüren.
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es den sprunghaften Ausbau dieses industriellen Vorortes um die Jarhhundertwende dokumentiert. Nach der Ansiedlung von großen Industrieanlagen Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Kalk (1877) zu einer selbständigen Stadt. Der wirtschaftliche Aufschwung führte zu einer immer intensiveren Bebauung des bisher freien Geländes in der Nähe der Industrieanlagen und entlang der Kalker Hauptstraße, vor allem mit Wohnhäusern für Arbeiter und Angestellte der umliegenden Industrie.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als integraler Bestandteil eines lückenlos erhaltenen historischen Straßenensembles (Nr. 30 - 44), das im Vergleich mit den jüngeren Bauten der Nießenstraße das geschichtliche und baugestalterische Zusammenwachsen der großstädtischen Struktur dokumentiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0