Wohn- u. Geschäftshaus
Friesenwall 14 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4159 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Friesenwall 14, 50672 Köln |
| Baujahr | 1882 bis 1883 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.05.1987 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Gebäude wurde kurz nach 1882/83 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer Stuckfassade erbaut. Das betreffende Gebäude gehört zu dem für die Stadt Köln eigentümlichen Typus des Dreifensterhauses. Die wesentlichen Merkmale der Straßenansicht sind die vom Vorgängerbau übernommene geringe Breite des Grundstücks, die nach oben hin abnehmende Höhe der Stockwerke und Fenster und der damit einhergehende, nach oben hin abnehmende Reichtum der Fassadengestaltung. Hauptanziehungspunkt der Fassade ist das über dem heute stark veränderten Erdgeschoß befindliche erste Obergeschoß mit einer kräftigen Rustika, mit Diamantquader an den Ansatz- und Scheitelpunkten der Rundbogen der drei Fenster sowie einzelnen, jedem Fenster zugehörigen Fensterbänken. Das zweite Obergeschoß ist schlichter gestaltet. Die Flächen zwischen dem Stockwerk- und durchlaufenden Fensterbankgesims sowie zwischen den oberen geraden Begrenzungen der rechteckigen Fenster und dem darüberliegenden Stockwerkgesims sind ungegliedert. Feine, waagerecht verlaufende Fugenschnitte zwischen und neben den Fenstern bilden neben verhältnismäßig dünnen Fenstereinrahmungen den einzigen Schmuck dieses Fassadenabschnittes. In vergleichbarer Weise wird das dritte Obergeschoß durch ein ununterbrochenes Stockwerk- und Fensterbankgesims von dem darunterliegenden Teil der Fassade abgesetzt. Die dünnen Fenstereinrahmungen werden als Schmuckformen wiederholt. Ein stark vorspringendes Dachgesims, das in letzter Zeit durch den Bau eines in der Flucht der mittleren Fensterachse liegenden, befensterten, rundbogigen Giebels unterbrochen wurde, gibt der Vorderaussicht die obige, abschließende Fassung. Die Fassade, die als konstruktiver Bestandteil des Gebäudes Geschoßgliederung, Geschoßhöhe und Hausproportion wiedergibt, ist in klassizistischer Stilanwendung zurückhaltend und klar gegliedert. Die Rückseite des baugeschichtlich bedeutsamen Gebäudes besteht aus unverputztem Ziegelmauerwerk. Im Inneren des Gebäudes sind Holztreppe, Geländer und Handlauf noch original erhalten.
Der Friesenwall ist eine schon in mittelalterlichen Karten verzeichnete Straße, die als Teil der alten inneren Wallstraße auf der Altstadtseite prallel zu der mittelalterlichen Stadtmauer und den die Mauer nach innen hin stützenden Wallanlagen verlief. In der Umgebung der Hahnen-Torburg war die Straße bereits seit dem Mittelalter einseitig bebaut. Die Bebauung wurde während der Industriealisierung im 19. Jahrhundert wegen der stark anwachsenden Stadtbevölkerung entweder vervollständigt oder erneuert. Nach dem Abbruch der Stadtmauer im Jahr 1881 und während der Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Architekten Karl Henrici und des Kölner Stadtbaumeisters Josef Stübben wurde diese Erneuerung in verstärktem Maß fortgesetzt, indem die meist zweigeschossigen Häuschen durch viergeschossige Häuser ersetzt wurden; außerdem wurde der Friesenwall zu beiden Seiten bebaut. Das Gebäude Friesenwall 14 ist ein Zeugnis für die Neubebauung des alten Straßenzuges in der Nähe zur Hahnen-Torburg; es besitzt somit ortsgeschichtliche Bedeutung.
Unmittelbar nach dem betreffenden Gebäude befindet sich das um 1925 entstandene Gebäude Mittelstr. 52 - 54; in der Nähe zur Hahnen-Torburg bildet das betreffende Gebäude mit den Gebäuden Friesenwall 3, 29, 31, 33, 49, 32 - 36, 38 - 42, 44 - 46, 52, 56, 58, 62, 64, 66, 72, 74, 76, 82, 84, 94, 96 - 98, 102, 102 a; Rudolfplatz 2, 4, 8 eine Gruppe von Baudenkmälern. Bei einem Gang durch den Friesenwall zum Rudolfplatz und umgekehrt läßt sich die städtebauliche Bedeutung des Gebäudes Friesenwall 14 von jeder Einwohnerin und jedem Einwohner der Stadt erkennen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0