Wohn- u. Geschäftshaus
Mittelstraße 50 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4503 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Mittelstraße 50, 50672 Köln |
| Baujahr | 1883 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.03.1988 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Gebäude ist 1883 inschriftlich datiert. Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige, 5:1-achsige Eckhaus als Beispiel einer historisierenden Bauweise mit Stilanklängen aus dem reichen Formenrepertoire der Renaissance. Die rustiziert anmutende Fassade erfährt eine stark waagerechte Ausrichtung durch gekröpfte Gurt- und Fensterbankgesimse sowie ein breit profiliertes, ebenfalls gekröpftes Traufgesims. An der Mittelstraße wird die Fassade durch einen flachen (3-achsigen) Risalitvorbau leicht ausgeformt und mit kapitellartigem Dekor, rundbogiger, Gesimsverdachung und Blendbalustraden in den Brüstungsfeldern des 2. Obergeschosses versehen. Die Eckkante der Hausfassaden ist leicht abgeschrägt und mit einem schiefergedeckten Türmchen auf quadratischem Grundriß sowie dem in einem verzierten Stuckfeld gerahmten Erbauungsjahr besonders betont.
Das Fenster des 1. OG der 1-achsigen Fassade an der Pfeilstraße wird von zwei auf Pfeilern ruhenden Halbplastiken flankiert und mit einem rundbogigen, mit Maske verziertem Konsolgesims verdacht. Eine originale Dachgaube ist erhalten. Trotz der Entstellung durch die Vorbauten im 1. OG verdeutlicht die Fassade als konstruktive Teile des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es den Ausbau des westlichen Teils der Kölner Altstadt dokumentiert. Rascher Bevölkerungszuwachs und rege Bautätigkeit durch wirtschaftlichen Aufschwung prägten wesentlich das Erscheinungsbild der Mittelstraße, die den historischen Zug der Schildergasse nach Westen verlängert, und ursprünglich als Falken- oder Michaelstraße benannt war.
Im 2. Weltkrieg wurde die Altstadt zu 95% zerstört. Das vorliegende Objekt gehört zu den wenigen erhaltenen historischen Gebäuden im innerstädtischen Bereich.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als unverzichtbarer Bestandteil eines Gebäudensembles mit den Bauten Pfeilstr. 11, 15, 18, 20 u. a., als auch aus seiner exponierten Ecklage heraus. In Verbindung zu der alten Hahnentorburg sowie dem anliegenden Eckgebäude Nr. 52 - 54 aus dem Jahre 1925 mit seiner schon modernen und rationellen Bauauffassung her gesehen bildet das o. g. Objekt einen reizvollen historischen Kontrast aus drei Epochen, der Wirken und Wandel geschichtlicher Prozesse anschaulich und erlebbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0