Wohnhaus

Greesbergstraße 5 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4209
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Greesbergstraße 5, 50668 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.07.1987
Stadtteil Altstadt/Nord

Das 5-geschossige, mit 3 Achsen relativ schmale Wohnhaus wurde um 1895 auf dem Gelände der alten Wallanlagen errichtet. Die sehr plastische Stuckfassade stammt stilistisch aus der Hochzeit des Historismus. Eine kräftige Rustizierung schmückt die beiden unteren Geschosse, während die drei weiteren Obergesschosse durch einen achsialen mit manieristisch tektonischem Schmuck reich überzogenen Erker akzentuiert werden. Nur das 4. Obergeschoß weist gerade Fensterstürze auf, die allerdings mit gestelzten Verdachungen plastisch übergiebelt sind. Die Fenster der anderen Obergeschosse besitzen halbrunde Bogenabschlüsse, kräftige Gesimse unterteilen die Fassade horizontal. Das weit vorragende Kranzgesims ist ohne achsiale Verzierung. Die Haustüre wurde erneuert, die Holzfenster blieben original erhalten. Im Inneren weist die relativ schmale Eingangshalle noch die originale Holzvertäfelung auf, auch der ornamentierte Terrazzoboden sowie die klassizistischen Deckengesimse stammen aus der Zeit. Die Holztreppe mit reichem Balustergeländer besitzt noch weitgehend die originale Stuckierung, die sich auch in den Wohnungen, vor allem im Straßenraum, findet. Die Wohnungsabschlüsse wurden erneuert, original sind die Innentüren.

Das Haus Greesbergstr. 5 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die Altstadt ziehende Bauzone ist im städtebaulichen Standard stark differenziert und wird durch die sogenannten Ringe verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen. Auch die Lage am Volksgarten einerseits und am Bahnhof St. Gereon andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung. Die durchweg privaten Bauten wurden mit dem starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der infolge der Industrialisierung der Rheinlande auch der Besitznahme durch die Preußen einsetzte. Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen kunsthistorische und städtebauliche Gründe.

Städtebaulich ist das in der Nähe des Eigelsteintores stehende Anwesen ein Teil der hier noch fast altstädtischen Ensembles, das sich mit den Nachbargebäuden 3 und 7 sowie den gegenüberliegenden Häusern 2 und 4 maßstabbildend für die relativ kurze Greesbergstraße erhalten hat. Als wesentliches Element dieser Gruppe ist das o. g. Objekt unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0