Wohn- u. Geschäftshaus

Eigelstein 126 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_5251
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Eigelstein 126, 50668 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.09.1989
Stadtteil Altstadt/Nord

Das Gebäude wurde um 1890 als viergeschossiges, später um ein Geschoß vermehrtes, vierachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einem Erker, einem Balkon, einer Backsteinfassade und Stuckgliederung erbaut. Kunstgeschichtliche Bedeutung besitzt die Fassade des betreffenden, im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Gebäudes. Trotz des veränderten Erdgeschosses und eines auf den ursprünglichen Bestand aufgesetzten obersten Geschosses ist die ursprünglich hohe künstlerische Qualität des Gebäudes an der Fassade ablesbar. Der stumpfwinklig entlang des Platzes und der Straße gebrochenen Backsteinfassade ist an ihrem Knickpunkt im ersten und zweiten Obergeschoß ein selbst wiederum mehrfach gebrochener, vom Grundriß her gesehen trapezförmiger Erker vorgesetzt, auf dem im dritten Obergeschoß ein Balkon ruht. An den Seiten rahmen ihn mit Renaissance-Ornamenten versehene Pilaster oder Stützen ein, auf denen ein schwungvoll wirkendes, kleines Dach lagert. Alle Fenster der Backsteinfassade weisen eine Steinbalkenteilung auf. Die äußeren Fensterachsen bestehen aus Zwillingsfenstern, die inneren aus den Fenstern des Erkers und einem einzelnen Fenster. Den oberen Schmuck der teils rechteckige, teils rundbogigen Fenster bilden muschelähnliche Formen oder Rundbögen aus Backstein, deren Fugen radial verlaufen. Die Zwillingsfenster werden von ihnen ein- oder zweifach überfangen. Kräftige Gesimse setzen den ursprünglich erhaltenen, durch Backstein gekennzeichneten Teil der Fassade von dem untersten und obersten Geschoß ab. Die Fassade gibt als konstruktiver Teil des Gebäudes Geschoßgliederung, Geschoßhöhe und Hausproportion wieder und erinnert in geglückter Weise an Fassaden der Renaissance. Das Innere des Gebäudes wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, so daß dort nichts mehr vom ursprünglichen Bestand erhalten ist. Nur die vom Grundriß her gesehen außergewöhnliche dreieckige Form des Treppenhauses, die durch die Lage des Gebäudes sowohl am Platz als auch an der Straße bedingt ist, ist im Inneren erhalten.

Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben durchgeführt. In einheitlicher Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Altstadtstraße Eigelstein wurde im Zuge der Stadterweiterung als Allee bis zum Ring hin verlängert und um 1890 bebaut. Dabei wurde die Eigelstein-Torburg als Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung bewußt in die Stadtplanung einbezogen und zum Mittelpunkt desjenigen Platzes gemacht, der durch die Mündungen der Straßen Eigelstein, Gereonswall, Lübecker Straße, Greesbergstraße, Thürmchenswall gebildet wurde. Das Gebäude Eigelstein 126 gehört einerseits zur nördlichen Einfassung dieses Platzes, andererseits zur seitlichen Bebauung der zum Ebertplatz führenden Straße. Es ist Zeugnis für die ursprüngliche Bebauung zur Zeit der für die Stadt Köln wichtigen Stadterweiterung und zeigt somit seine ortsgeschichtliche Bedeutung auf.

In den Abschnitten der auf die Eigelstein-Torburg zuführenden oder von ihr ausgehenden Straßen stammen folgende Gebäude aus der Zeit der Stadterweiterung: Eigelstein 135, 137, 139, 141, 118, 120; Lübecker Str. 1; Greesbergstr. 2; Thürmchenswall 4, 6; Zusammen mit diesen Gebäuden bildet das Gebäude Eigelstein 126 ein Denkmalensemble. Dieses Gebäude besitzt also städtebauliche Bedeutung, die von der Eigelstein-Torburg aus gleichsam in einem Blick ringsum von jeder Bewohnerin und jedem Bewohner Kölns erkannt werden kann.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0