Wohnhaus

Mauenheimer Straße 91 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4217
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mauenheimer Straße 91, 50733 Köln
Baujahrum 1885
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.07.1987
Stadtteil Nippes

Der Bau weist sich als 2-geschossiges, 3-achsiges Wohnhaus mit später ausgeführten schieferverkleidetem Dachgeschoß aus. Baugeschichtlich vertritt es im Typ das für Köln charakteristische Dreifensterhaus. Als konstruktiver Teil des Baukörpers verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe des Gebäudes. Bemerkenswert ist die für ein Arbeitermietswohnhaus verhälntismäßig reichere Gestaltung der achsial gegliederten und im Achsenabstand regelmäßig geordneten Straßenfassade aus rotem Backstein mit Gliederung in gelbem und hellroten Backstein. Die Bauzier ist frei nach dem Formgut der niederdeutschen Backstein-Architektur gestaltet. Die Wandöffnungen sind mit Halbrundstab und gelbem Backstein gefaßt. Der Bogenabschluß besteht aus einer Rollschicht im Wechsel von gelbem und rotem Backstein, die im Obergeschoß ein Sägeverband überspannt. Die Vertikalgliederung geschieht durch Ziegelbänder, Zahnfriesgesmis/Erdgeschoß und gestuftes, mit Zahn- und Würfelfries geschmücktes Konsoltraufgesims. Auf die historische Ausstattung des Hauses weisen hin: Haustür, Zimmertüren, Steinboden/Hausflur, Holztreppe mit Geländer.

Ortsgeschichtlich dokumentiert es die Bebauung der Mauenheimer Straße um 1880 - 90. Die um 1860 einsetzende Entwicklung von Nippes zum Industrie- und Wohnort führte auch zur Erschließung des freien Geländes um die Mauenheimer Höfe. In unmittelbarer Nachbarschaft zum ehem. Frohnhof, auch Nohlen- oder Contzen Hof genannt, erwarb die Zuckerraffinerie J. J. Langen & Söhne, die in der Johannisstraße ansässig war, Baugrund und errichtete sowohl in der Merheimer- als auch in der Mauenheimer Straße Mietwohnhäuser für Werksangehörige. Von ihnen blieben nur wenige - unter diesen auch nur einige weitgehend unverändert - erhalten. Zu den Ausnahmen zählt das o. g. Haus, das in seiner Erscheinung die durch die Industrialisierung ausgelösten baulichen Veränderungen im Ortsbild von Nippes vergegenwärtigt.

Städtebaulich wichtig ist das Haus wegen seiner Zugehörigkeit zu einem verschiedene Bauepochen vertretenden Denkmalensemble im Bereich der ehemaligen Mauenheimer Höfe, das der Straße in Höhe des "Nippeser Tales" ihr Gepräge gibt. Dieses Ensemble vermittelt wie an keiner anderen Stelle den zeitbedingten Wandel im Ortsbild: der an die alte Herrlichkeit Mauenheim erinnernde Altenberger Hof (Nippes Hof) mit seinem Herrenhaus von 1749; die Unternehmer-Villa Contzen (um 1880) und die Häuser Nr. 85, 91 als Dokumente der Gründerzeit; die Häuser 93 - 97 als Beispiele des von Sozialreformen beeinflußten modernen Miethaustypes um 1925.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0