Geschäfts- u. Verwaltungsgebäude
Unter Sachsenhausen 2 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4269 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Geschäfts- u. Verwaltungsgebäude |
| Adresse | Unter Sachsenhausen 2, 50667 Köln |
| Baujahr | 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.09.1987 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Baukünstlerisch vertritt das 3-geschossige, mit Souterrain versehene Eckgebäude von 9:7 Achsen einen Gebäudetyp, der sich nach der Jahrhundertwende zum funktionsgerechten Verwaltungsbau zu entwickeln begann. Gegenüber einfachen Bürogebäuden äußert sich die Repräsentanz der Bank am Bau in der Wahl von Werkstein und dessen aufwendige Behandlung für die Blendfassaden, in der Wahl von Werkstein und dessen aufwendige Behandlung für die Blendfassaden, in der Baugliederung und -zier.
Der Baukörper besitzt einen hohen, aus Souterrain und Erdgeschoß bestehenden Sockel, den ein profiliertes Gesims abschließt. Die lasttragende Eigenschaft des Sockels markiert das rustizierte Mauerwerk. In den Obergeschossen sind die Fassaden verschieden ausgebildet. Die Front zu Unter Sachenhausen ist als Schauseite mit wenigen, jedoch die Hauswand abwechslungsreich gliedernden Architekturmitteln gestaltet. Die Außenachsen treten als Risalit schwach hervor, sie werden durch Pilaster, die über die Obergeschosse reichen, betont. Die zwischen den Risaliten liegenden Fensterachsen faßt eine gestufte Rechnung zusammen. Die Fassade zur Stolkgasse beherrscht die in den Risaliten ausgebildete Pilaster-Ordnung. Profilgesimse und das vorkragende Traufgesims mit Eierstabfries gliedern die Fassaden vertikal. Bauschmuck trägt noch (in reduzierter Form) die Hauptfassade am rechten Risalit (Relief, Kartusche), auf den Fensterbänken/Erdgeschoß und besonders am Eingang (Gewände-Relief). Die ästhetische Einheit des Gebäudes ergänzen schmiedeeiserne Fenstergitter (Souterrain, Erdgeschoß), Sprossenfenster und das verschieferte Walmdach. Im Innern sind Teile der historischen Einrichtung im Eingangsbereich und Treppenaufgang erhalten.
Das Gebäude ist ein wichtiges orts- und wirtschaftsgeschichtliches, baukünstlerisches und städtebauliches Zeugnis der Kölner Altstadt. In seiner Erscheinung dokumentiert es die dem wirtschaftlichen Wandel angepaßte Nachfolgebebaubauung der mittelalterlichen Straße Unter Sachsenhausen. Die Entwicklung zu einer Straße der Banken, zu denen sich noch Versicherungen und Geschäftshäuser gesellten, wurde eingeleitet durch die Niederlassung des Schaafhausendschen Bankvereins, der sich in den Jahren 1859 - 62 durch H. Pflaume ein Bankgebäude errichten ließ. Das vom gleichen Architekten 1875 erstellte Nebenhaus (Nr. 2) bezog die unter Führung des Bankvereins gegründete Rhein.-Westfäl. Boden-Creditbank. Diesen Vorgängerbau ersetzte dann das im Jahre 1914 von den Architekten Bielenberg und Moser geschaffene Bankhaus. Dieser Bau entging im wesentlichen der Zerstörung im 2. Weltkrieg; er verdeutlicht in seiner Baugestalt die wirtschaftlichen Bezüge, die das Erscheinungsbild der Straße Unter Sachsenhausen entscheidend formten.
Städtebaulich akzentuiert das stattliche Bankhaus mit seinen nach zwei Seiten freistehenden Fronten die Ecke Unter Sachsenhausen/Stolkgasse, es bildet somit einen repräsentativen, den Straßenraum beherrschenden Kopfbau. Von städtebaulicher Bedeutung ist es auch wichtig wegen seiner Zugehörigkeit zu einem den gesamten Straßenzug Bahnhofstraße - An den Dominikanern - Unter Sachsenhausen architektonisch bestimmenden Denkmalensemble (Deichmannhaus, Hotel Exelsior, Haus Schauppmeyer, ehem. Darmstädter- und Nationalbank/heute Sozialgericht, Hauptpost, ehem. Reichsbank/Heute Landeszentralbank, ehemaliger Barmer Bankverein/Heute Commerzbank, ehem. Geschäftshaus Frank & Lehmann).
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0