Geschäftshaus (Bankhaus)
Unter Sachsenhausen 4 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6477 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Geschäftshaus (Bankhaus) |
| Adresse | Unter Sachsenhausen 4, 50667 Köln |
| Baujahr | um 1953 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.05.1992 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Um 1953 erbaut, Architekt F. A. Breuhaus de Groot. 5 Geschosse, ein Staffelgeschoß; Durchfahrt zum Hof an der Fassade Enggasse. Werksteinfassade mit sparsamen Gliederungen, flaches Traufgesims über dem 4. OG, darüber auskragende Dachplatte. Originale Fenstergitter im Erdgeschoß. Erdgeschoßfenster und Kellerfenster zur Tunisstraße erneuert; Eingang dem Original entsprechend erneuert. Rückseite und zweigeschossiger Kassentrakt verputzt; Fenster zum großen Teil original; Treppenhausfenster mit geätztem Glas (Längsstreifen). Im Innern erhaltenswert: im Eingangsbereich Boden und Treppe mit Solnhofener Platten, ebenso die Wände, dort auch beidseitig Messinghandlauf; Deckengestaltung mit kreisförmigen Vertiefungen. (Die Glastür zur Eingangshalle wurde aus sicherheitstechnischen Gründen später ergänzt und gehört daher nicht zum Denkmal). Eingangshalle mit zweifarbigem Werksteinboden (Solnhofener Kalkschiefer und rötlicher Marmor, wobei die ursprünglich mit PVC-Belag versehenen Flure im Erdgeschoß in neuerer Zeit ebenfalls in dieser Art gestaltet wurden), Deckenlampen; Kassenhalle mit dem Original entsprechender neuerer Glastür, Übernahme des in der Eingangshalle verwendeten Bodenbelags (eine solche Werksteinkombination auch an den Bankschaltern), Glaswand zum Flur (geätztes Glas mit Längsstreifen, Messingeinfassungen), an den Mauerstützen Wandlampen; weitgehend verglaster Aufzug; Stufen der Haupttreppe mit Solnhofener Kalkschiefer, Geländer mit Eisenstäben und Messinghandlauf; in den Treppenhallen Böden mit Solnhofener Platten, Deckenlampen, je zwei Rundstützen im 2. und 4. OG; im 3. OG Flügeltür zum Sitzungssaal.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, rücken als inzwischen abgeschlossene Architekturepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt gerade Köln über eine Anzahl Bauten oder Baukomplexe von hoher baukünstlerischer Qualität, zu denen auch das nach Plänen des Architekten F. A. Breuhaus de Groot errichtete o. g. Gebäude gezählt werden kann. Es ist integraler Bestandteil des Kölner Bankenviertels, dessen Repräsentationsbauten trotz der Kriegsbeschädigungen noch heute die reiche Formensprache von Gründerzeit und Neoklassizismus zum Ausdruck bringen. Auf Wunsch des Bauherrn sollte die Architektur den Charakter eines PrivatBankhauses tragen. So entwickelte Breuhaus de Groot einen den Eckbereich Unter Sachsenhausen/Tunisstraße dominierenden, mit zurückhaltend gegliederten Werksteinfassaden versehenen Bau, der unter Berücksichtigung aller neuzeitlichen Gedanken jedoch keinen ausgesprochen zeitgebundenen Eindruck erweckt, sondern in seiner Raumentwicklung und Architektur die Würde dieser Gesellschaft zum Ausdruck bringt. Diese Eigenschaft prägt auch das Innere des Gebäudes, in dem das zeittypische Zusammenspiel von Materialien und Farben in einer gediegeneren, der Funktion des Bankhauses angepaßten Variante erscheint. Als Beispiel für das Werk des Architekten F. A. Breuhaus de Groot und für das Erscheinungsbild eines bestimmten Gebäudetypus macht das o. g. Objekt die Bau- und Gestaltungsauffassung der 50er Jahre in ihrer traditionelleren Form in anschaulicher Weise verständlich. Es wird daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0