Wohn- u. Geschäftshaus
Am Weidenbach 24 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4311 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Am Weidenbach 24, 50676 Köln |
| Baujahr | 1897 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.10.1987 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Das laut inschriftlicher Datierung an der Fassade zum Pantaleonswall 1897 erbaute Wohn- und Geschäftshaus ist ein typisches Dokument der Hochzeit des Historismus. Der umfangreiche, 4-geschossige Bau steht im südwestlichen Teil der Altstadt, der im Besitz der Kirche St. Pantaleon war und bis weit ins 19. Jahrhundert als Weingarten genutzt wurde. Die späte Bebauung des Geländes noch nach der Erschließung der Neustadt ist zweifellos der Grund, weshalb in diesem Straßenbereich sich relativ großzügige und breit angelegte Bauten finden.
Die Wohngeschosse des Hauses werden von einer zweiläufigen noch originalen Eichentreppe erschlossen, die vom Hauseingang am Pantaleonswall zugänglich ist. Bis auf Kassettendekken aus Holz unter den Podesten wurde das Treppenhaus erneuert (neuer Fliesenbelag an den Wänden). Je Treppenabsatz werden 2 - 3 Wohnungen erschlossen, die längs der beiden Hauptfassaden mit einem langen Flur als Erschließungsgang liegen. Originale Ausbauelemente wurden in den Wohnungen nicht angetroffen. Das Ladengeschoß, jetzt als Gaststätte genutzt, ist mit dem darüberliegenden Mezzanin in der Fassade zusammengefaßt worden. Laut Inschrift baute der Architekt Viktor Frank das Gebäude 1913 um, wobei offensichtlich die Stuckfassade des 3. und 4. Obergeschosses erhalten blieb. Diese bestehen aus einer fast gleichmäßigen Reihung von 8 Fensterachsen, die über den Fenstern barockisierende, stark plastische Verdachungen aufweisen. Ein schmales Mezzanin ist als Attikageschoß unter dem vereinfachten Dachgesims sichtbar. Die Ansicht der beiden unteren Geschosse scheint aus der Erneuerung des Objektes von 1913 zu stammen. Fraglos war es nicht leicht, die architektonisch mehr als zweifelhafte Fassade - man beachte die recht zufälligen Abstände der Fensterachsen - gestalterisch zu straffen und durch eine horizontale Unterteilung die spannungslose Abfolge der Fenster aufzufangen. Die Fenster und Haustüre wurden nach dem Kriege erneuert.
Zum Pantaleonswall blieb in der Fassade die kräftige Rustizierung der beiden unteren Geschosse teilweise erhalten. In den Obergesossen hat der Architekt Dekorationselemente des Oberitalienischen Barocks in der Fläche angebracht. Insgesamt stellt der gesamte Bau den Typ einer sogenannten Mietskaserne dar, die allerdigns, der Geschoßhöhe und des Aufwandes der Außenfassade nach, einst für bürgerliche Mieter gedacht gewesen ist.
Das Haus Am Weidenbach 24 ist bedeutend für die Geschichte der Kölenr Altstadt, deren Mauerring von 1180 bis 1881 erhalten blieb. Heute ist allerdings nur noch das Straßensystem im Kern schon von den Römern angelegt, mittelalterlich. Wiederaufgebaut wurden die romanischen Sakralbauten aus der Blütezeit Kölns, während der Profanbau der alten Hansestadt verlorenging. Nach der Eingliederung Kölns in Preußen fand ein allmählicher wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung statt, dem allerdings die meist baufälligen Alstadthäuser zum Opfer fielen. Geschützt sind daher in der Regel Objekte der Stadterneuerung ab 1860.
Städtebaulich ist das Objekt durch seine Ecklage maßstabbildend und durch seine ausgeprägte Form nicht ohne Bedeutung. Mit den Eckgebäuden an der Trierer Straße bildet es eine Gruppe historischer Bauten der Gründerzeit.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0