Wohn- u. Geschäftshaus

Am Weidenbach 37 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4258
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Am Weidenbach 37, 50676 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.08.1987
Stadtteil Altstadt/Süd

Dem ursprünglich 3-geschossigen Gebäude wurde nach 1950 ein weiteres Geschoß aufgesetzt. Die originale Fassade ist mit gelbem Backstein verklinkert, die breiten, teilweise durch Werksteingewände unterteilten, Fenster sind durch Werksteinfassungen im Stil der Niederländischen Renaissance akzentuiert. Im Erdgeschoß überwölben Rundbögen die breiten erneuerten Schaufenster mit eingesprengten Werksteinverzierungen. Die Haustür wurde originalähnlich erneuert, die Holzfenster des 1. OG's sind mit ihrer originalen Dekoration erhalten. Die Ecke betont ein breiter, einachsiger Erker aus Werkstein über zwei Obergeschosse mit reicher Brüstungsverzierung. Im Innern ist der reich dekorierte Boden des Einganges erhaltenswert, dessen bunter Terrazzobelag mit vielfarbiger Mosaikverzierung den Zeitgeist dokumentiert. Die Terrazzotreppe besitzt das originale, einfach herausgeführte Eisengeländer. Die Wohnungs- und Zimmertüren im 1. Obergeschoß sind erhalten geblieben, ab dem 2. OG ist der Ausbau infolge der Zerstörung des 2. Weltkrieges nach 1950 erneuert worden.

Das Haus Am Weidenbach 37 ist bedeutend für die Geschichte der Altstadt Kölns, deren mittelalterliche Bausubstanz allerdings bis auf wenige Reste, die romanischen Kirchen, verschwunden ist. Durch den Niedergang der Freien Reichsstadt ab dem 15. Jahrhundert genügte den Einwohnern bis weit in das 19. Jahrhundert der durch den weiten Mauerring abgegrenzte Siedlungsbereich, wobei nach der preussischen Besetzung ab 1814 eine langsame Erneuerung der vielfachen baufälligen Häuser einsetzte. Mit der wirtschaftlichen Blütezeit ab 1860 und der starken Bevölkerungsvermehrung wurden auch die zahlreichen Wein- und Klostergärten der Altstadt zugebaut, so daß bis zur Sprengung des Mauerrings im Jahre 1881 eine starke gründerzeitliche Wohnbebauung unter vorsichtiger Korrektur des mittelalterlichen Straßensystems erfolgte. Die starken Zerstörungen des 2. Weltkriegs betrafen besonders die Reste der Profanbauten aus der Zeit vor 1800 im Altstadtbereich, so daß die erhaltenen gründerzeitlichen Gebäude geschützt werden müssen.

Das um 1900 errichtete Wohn- und Geschäftshaus besitzt eine für die Altstadt außerordentlich breit angelegte Eckfassade von jeweils 5 Achsen zur Straße Am Weidenbach bzw. zur in der Neuzeit trassierten Trierer Straße. Im 19. Jahrhundert lag hier im ursprünglich mit Weingärten genutzten Stadtbereich innerhalb der mittelalterlichen Mauern der Pantaleonsbahnhof, an den sich militärische Nutzungen wie Kasernen und die Garnisonkirche anschlossen. Nach Verlegung des Pantaleonsbahnhofes, mit seiner durch das Pantaleonstor laufenden Eisenbahnzufahrt gegen Ende des 19. Jahrhunderts, wurde die ursprünglich schmale Altstadtstraße erheblich erweitert und teilweise mit Großbauten wie das o. g. Geschäftshaus bebaut.

Als Eckgebäude zur Trierer Straße bildet das o. g. Objekt eine städtebauliche Dominante zusammen mit den überwiegend historischen Eckbauten dieser Stadtsituation. Damit dokumentiert das Gebäude den Bauzustand dieses Altstadtbereiches um die Jahrhundertwende.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0