Wohnhaus
Ginsterpfad 4 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4314 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ginsterpfad 4, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1920 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.10.1987 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Wohnhaus wurde um 1920 errichtet. Baukünstlerisch belegt das 3-geschossige, reichstrukturierte Giebelhaus die direkte Anbindung an die Architektur der Umgebung, die Verpflichtung zur Bewahrung der Tradition und die Suche nach den neuen Ausdrucksformen im gleichen Maß. Während der Hausflügel zum Ginsterpfad mit seinem geschweiften Hochknickgiebel eine einheitliche Frontstellung einnimmt, ist die Abzweigung zur Pallenbergstraße außerordentlich reich, bis unübersichtlich, zergliedert. Die fortlaufende Firstlinie, die die Blockbebauung des Ginsterpfades charakterisiert, weicht hier den stark vorkragenden 3-Fenstererker und den rein rhytmisch gestapelten kleinen Einzelbaukörpern aus. Die kleinen Fenster mit detaillierten Sprossenteilungen verbinden die beiden Seitenflügel und verleihen der Fassade einen einheitlichen rhytmischen Blickfang. Das durch alle Geschosse geführte Rhomben- bzw. Faltdach reicht in der zergliederten Kleinform an die Hausfront zur Pallenbergstraße zur Betonung einzelner Fensterachsen bzw. der Fenster selbst. Die glatte Putzfassade ist durch einzelne Brüstungsgesimse schon nur an der Schauseite zum Ginsterpfad geschmückt. Um die Ecke setzen sich eher die moderneren Baugliederungen durch.
Im Hausinneren ist die Expressivität der ganzen Wohnanlage durch die überraschende Treppenführung in dem schmalen Treppenhaus weiter verfolgt. Die gegenseitge Anbindung einzelner Geschosse ist variable durchgeführt. Die Eingangszone ist mit Marmorplatten verkleidet, wobei die rein dekorativen Elemente hier in oberen Hausteilen der moderneren plastischen Gestaltung weicht. Einzelne Türen und Fenster zur Straße stammen aus der Erstbebauungszeit.
Ortsgeschichtlich ist das Eckhaus zur Pallenbergstraße wichtig, weil es sich an die neuen Siedlungen der Umgebung unmittelbar anschließt und die neuzeitige Erschließung Weidenpeschs zum städtischen Vorort mit dem gehobenen Wohncharakter belegt. Die 1952 von Merheim in Weidenpesch umgetaufte, locker bebaute ländliche Bebauung ist urkundlich erwähnt schon 1180. Ein schriftlicher Nachweis der Kirche St. Stephan stammt aus dem Jahr 1248. Während des Mittelalters war Weidenpesch eine Unterherrschaft von St. Gereon in Köln. Von 1794 bis zur Eingemeindung nach Köln im Jahre 1888 war es Teil der Bürgermeisterei Longerich. Der wohl namengebende tiefer liegende Teil Weidenpeschs östlich der Neußer Straße wurde 1893 mit der großräumigen Rennbahnanlage zur städtischen Grünzone umgestaltet. Westlich der Neußer Straße setzte ab etwa 1910 der Siedlungsbau ein. Damals entstand der geschlossene Siedlungskomplex des Möbelfabrikanten Jakob Pallenberg. Weitere städitsch geprägte Reihenmietbauten im Umkreis dieses Wohnkomplexes folgten in kurzer Zeitspanne.
Städtebaulich ist das o. g. Eckhaus wichtig, weil es seiner exponierten Lage entsprechend, einzelne Bauelemente der historisierenden Tradition mit der mit Jugendstil aufkommenden Bemühungen um die reine Sachlichkeit und Transparenz verbindet. Das Phänomen des Stilwandels ist so in der ganzen Umgebung nicht als Bruch in der historischen urbanistischen Einheitskonzeption, sondern als dessen Fortführung, zu spüren.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0