Wohnhaus

Zugweg 5 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4320
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Zugweg 5, 50677 Köln
Baujahr1898
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.10.1987
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Eckhaus zur Ohmstraße wurde laut inschriftlicher Datierung 1898 errichtet. Es besitzt 4 Geschosse und weist nach beiden Seiten je drei Achesn auf, hinzu kommt noch die in der abgeschrägten Ecke liegende Fensterachse, die durch einen - wohl ehemals in einem Turm endenden - Erker gebildet wird. Die sehr eigenwillig gestaltete Fassade ist zum Zugweg hin in der linken Achse der beiden Obergeschosse zerstört - entsprechend dem Aufriß an der Ohmstraße hätte diese Achse über der (erneuerten) Haustüre stuckiert sein müssen.

Diese Stuckverzierung des ausgehenden Historismus weist ekletisch gotisierende, aber auch Jugendstilornamente auf, eine eigenartige Spannung erhalten die Ansichten durch die in den beiden letzten Obergeschossen ausgesparte Backsteinwand, die sich von den beiden, zu einem Schreinrisalit zusammengefaßten Außenachsen stark absetzt. Die beiden unteren Geschosse werden durch eine schwach rustizierte Stuckierung zusammengefaßt, die gleiche Wirkung besitzt auch die arkadenartige Ornamentik im Dachgesims. Die Fenster wurden erneuert wie auch die Haustüre. Im Eingangsbereich befindet sich noch die originale Stuckgliederung an den Wänden sowie der (bunte) Fliesenboden. In den Wohnungen sind noch teilweise die originalen Wohnungs- und Zimmertüren vorhanden. Eine Stuckdecke in den vorderen Räumen blieb erhalten.

Das Haus Zugweg 5 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist absichtlich in Wohnwert und städtebauliche Standart differenziert und wird durch die sog. "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen; auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Wohnhäuser.

Städtebaulich ist das Objekt als Eckgebäude der originalen Südstadtbebauung erhaltenswert. Mit den Nachbarbauten Zugweg 1 - 3 und 2 - 6 sowie der Bebauung Ohmstr. 2, 4 und 8, die auf einen kleinen baumbestandenen Platz hin ausgerichtet ist, bildet das Gebäude ein maßstabildendes Ensemble, das für die Neustadt von Köln unverzichtbar ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0