Wohnhaus

Dünnwalder Straße 56 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4329
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Dünnwalder Straße 56, 51063 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.11.1987
Stadtteil Mülheim

Das um 1880 errichtete Mietsstockwerksgebäude besitzt eine vierachsige Stuckfassade, dessen Ornamentik stilistisch noch dem strengen preußischen Klassizismus in der Nachfolge Schinkels zuzurechnen ist. Die Fassade, im EG rustiziert, zeigt im 1. OG in der Belétage klasszistische Giebelverdachungen mit Akroterien sowie Brüstungen mit Balusterdekorationen. Über dem 2. OG wurde - wohl nach der Jahrhundertwende - in Angleichung an das Haus Nr. 60 (um 1900 erbaut) - ein weiteres Geschoß daraufgesetzt. Die Haustüre ist original, das ausgewogene Schnitzwerk in Eichenholz verwendet spätbarocke Ornamente. Die Fenster wurden erneuert. Im Innern zeigt der herrschaftliche Eingangsbereich, der durch die in der Achse liegende Haustüre betreten wird, an Wänden und Decke eine spätklassizistische Stuckierung, die zum Teil modern überarbeitet wurde. Im vorderen Bereich weist der Fußboden schwarz-weiße Steinplatten auf, im hinteren Bereich bunte Fliesen, die sich auch auf den Podesten der aufwendigen Holztreppe mit Holzgeländer wiederfinden. Original historisch sind auch die Füllungstüren mit den breiten Türgewänden sowie die Stuckdecken in den Wohnräumen.

Das Haus Dünnwalder Str. 56 ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Mülheim, der 1914 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Die ehemalige Kreishauptstadt eines nordöstlich Kölns gelegenen Landkreises wurde bereits 1098 urkundlich erwähnt und stieg unter den Bergischen Grafen bald zu einer sog. "Freiheit" auf. Die weitere Entwicklung, insbesondere die in den kriegerischen Zeiten notwendige Umwallung, wurde von der Freien Reichsstadt Köln gewaltsam verhindert. Mülheim gewann erst im 18. Jahrhundert aufgrund der freieren Religionsausübung im Bergischen einige Bedeutung, als die Seidenfabrikation unter der Familie Andreae sich entwickelte. Im 19. Jahrhundert siedelten sich, gefördert durch den Bau von Eisenbahnen und Straßen, bedeutende Industrieunternehmen auf dem Stadtgebiet an. Das kleinmaßstäbliche Straßengeviert erweiterte sich schnell nach Osten an den Ausfallstraße ins Bergische, wo das gründerzeitliche Bürgertum Wohnbauten für die kräftig wachsende Bevölkerung errichtete. Die Dünnwalder Straße wurde als Verbindungsweg nach Dünnwald noch vor der Jahrhundertwende gebaut.

Städtebaulich ist das Gebäude für den Straßenraum als maßstabbildend unverzichtbar steht es doch mit den ebenfalls gründerzeitlichen Bauten Nr. 58 bis 62 in einem geschlossenen Ensemble, das den städtischen Charakter der Straße noch heute bestimmt. Ortsgeschichtlich dokumentiert das Anwesen Bedeutung und Wirtschaftskraft der Bürger der ehemals selbständigen Stadt Mülheim.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0