Wohnhaus
Münsterer Straße 37 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4351 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Münsterer Straße 37, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.11.1987 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das 3-geschossige Mietstockwerkgebäude besitzt zur Straße hin eine 4-achsige Stuckfassade, deren historisierende Strukturelemente der in Mülheim noch teilweise vorhandenen Barockarchitektur aufnimmt. Die großzügige Gliederung wird, vor allem durch die rustizierten Pilaster bestimmt, die die beiden seitlichen, stärker dekorierten Achsen von den beiden Mittelachsen trennen. Die kräftige Rustizierung des Erdgeschosses überspielt teilweise die durch das linke Durchfahrtstor hervorgerufene Asymmetrie. Dieses Tor öffnet sich zu einer mit Pfeilervorlagen strukturierten Durchfahrt. Sie erschließt einen großen Innenhof, an dessen Ende ein 2-stökkiges Kutscherhäuschen mit großem Tor und den Fenstern der ehemaligen Kutscherwohnung im 1. Obergeschoß steht. Seitlich begrenzt den Hof ein 5-achsiger Seitenflügel von 3 Geschossen, der an das Vorderhaus mit einem schmalen Verbindungsstück angeschlossen ist. Die Hoffassaden sind backsteinsichtig, wobei der Seitenflügel Ornamente aus gelbem Backstein aufweist.
Durch die originale Haustüre in der Durchfahrt wird das Treppenhaus mit Holztreppe und Holzgeländer erschlossen. Bemerkenswert sind die Stuckdecken im Treppenhaus, vor allem aber in den Haupträumen des Vorderhauses, die sorgfältig restauriert wurden. Stuckdecken befinden sich auch in den Fluren und Nebenräumen des Gebäudes, in denen auch die Füllungstüren mit ihren historischen Gewänden wiederhergestellt wurden. Im hinteren Seitenflügel sind nur teilweise originale Türen vorhanden.
Das Haus Münsterer Str. 37 ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Mülheim, der 1914 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Die ehemalige Kreishauptstadt eines nord-östlich Kölns gelegenen Landkreises wurde bereits 1098 urkundlich erwähnt und stieg unter den bergischen Grafen bald zu einer sogenannten Freiheit auf. Die weitere Entwicklung, insbesondere die Umwallung, wurde von der freien Reichsstadt Köln zum Teil gewaltsam verhindert. Mülheim gewann erst im 18. Jahrhundert aufgrund der freieren Religionsausübung im Bergischen einige Bedeutung, als die Seidenfabrikation unter der Familie Andreae sich entwickelte. Im 19. Jahrhundert siedelten sich gefördert durch den Bau von Eisenbahnen und Straßen bedeutende Industrieunternehmungen auf dem Stadtgebiet an. Für die Unterschutzstellung sprechen städtebauliche und kunsthistorische Bedeutungskriterien.
Städtebaulich ist das Objekt ein unverzichtbarer Teil der fast vollständig erhaltenen Münsterer Straße, die von bürgerlichen Bauten aus der Blütezeit des Historiusmus noch heute geprägt wird. Als wesentlicher Teil dieses originalen Straßenraumes ist das o. g. Objekt unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0