Wohnhaus
Hildeboldplatz 1 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4366 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Hildeboldplatz 1, 50672 Köln |
| Baujahr | 1883 bis 1885 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.12.1987 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das zwischen 1883 und 1885 errichtete Mietwohnhaus greift mit seiner ausgewogen durchkomponierten Stuckfassade noch einmal die Stilprinzipien des preußischen Klassizismus auf und erreicht mit fein abgestufter dekorativer Geschoßeinteilung einen fast herrschaftlichen Gesamteindruck. Durch die Rustizierung von Erd- und 1. Obergeschoß - wenn auch in unterschiedlicher Quaderstruktur - wird der Akzent ins 2. Obergeschoß verlagert, das mit Fensterübergiebelung in der Mitte sowie reichem Brüstungsdekor seine Herrschaftlichkeit unterstreicht. Das 3. Obergeschoß ist wiederum einfacher ausgestaltet. Das Haus hat noch originale Holzfenster.
Im Innern blieb die Holztreppe mit Holzgeländer und reichem Endpfosten erhalten, im Eingang bilden die Stuckverzierung an Wänden und Decke mit dem originalen Plattenboden (schwarzweiße Steinfliesen) und den originalen Türen eine geschlossene erhaltenswerte Einheit. In den Wohnungen blieben überwiegend Stuckdecken und Türen original erhalten.
Das Haus Hildeboldplatz 1 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist im wohnwert und städtebaulichen Standart stark differenziert und wird durch die sog. "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen; auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung. Die Neustadt ist eine der bedeutendsten Stadterweiterungen in Europa im 19. Jh. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung in Köln finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der Eingliederung in Preußen einsetzte.
Für die Nutzung und Erhaltung sprechen kunsthistorische, architektonische und städtebauliche Gründe.
Der Hildeboldplatz wurde an der Grenze zur Altstadt im Zuge der Niederlegung der Wallanlagen neu geschaffen. Städtebaulich ist die Westfront des Hildeboldplatzes als Grenzgebiet zur Altstadt besonders schützenswert, da sich hier die früheste Bebauung der Neustdt befindet und der Platz selbst als Platzanlage noch heute seine alte Maßstäblichkeit besitzt. Die relativ geschlossene Westwand des Platzes bildet ein charaktervolles Ensemble, wodurch auch das o. g. Objekt besonders erhaltenswert ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0