Wohn- u. Geschäftshaus
Rudolfplatz 2 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4373 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Rudolfplatz 2, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1885 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.12.1987 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Das um 1885 errichtete Eckhaus zum Friesenwall besitzt zum Rudolfplatz eine giebelständige zweiachsige Fassade, während die Ansicht zum Friesenwall in den drei Obergeschossen je drei Achsen aufweist. Im Dachbereich ist mittig ein kleines Zwerchhaus angeordnet, dessen Ziergiebel allerdings - wie auch die Dachaufbauten im Giebel - durch Kriegszerstörung verloren gingen. Das an der Grenze zur Altstadt stehende relativ schmale Gebäude ist im Stile eines vereinfachten Historismus gleichmäßig mit Quaderfugen stuckiert, manieristische Fensterumrahmungen sowie die Ornamentik im Dachbereich lassen stilistische Bezüge zur deutschen Renaissance erkennen. Das Erdgeschoß wurde als Ladenzone verändert. Die Fenster wurden als Holzfenster erneuert, auch die Haustüre ist modern. Das Innere war nicht zugänglich, dürfte aber weitgehend modernisiert worden sein.
Das Haus Rudolfplatz 2 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist im Wohnwert und städtebaulichen Standart differenziert und wird durch die sog. "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen; auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden bis 1914 durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industriealisierung der Rheinlande ab 1860 in der Folge der politischen Eingliederung in Preußen einsetzte. Die Bebauung des Rudolfplatzes um das durch den preußischen Denkmalschutz erhaltenen Hahnentor folgt sehr stark stilistisch der gründerzeitlichen Erneuerung der Altstadt. Für die Erhaltung des Objektes sprechen kunsthistorische und städtebauliche Gründe.
Die Unterschutzstellung folgt vor allem städtebaulichen Gesichtspunkten, da das Eckhaus einen Bezug zwischen Altstadt und Neustadt herstellt und in seiner kleinteiligen Maßstäblichkeit den Charakter der Friesenstraße und der Mittelstraße entspricht. Aus diesem Grunde ist das Objekt für die Neustadt wertvoll.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0