Wohnhaus

Düsseldorfer Straße 28 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4378
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Düsseldorfer Straße 28, 51063 Köln
Baujahr1893
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.12.1987
Stadtteil Mülheim

Die zweigeschossige, herrschaftliche Villa wurde 1893 von Sägewerksbesitzer Gottfried Greeven errichtet, der sein Werk ebenfalls auf der Düsseldorfer Straße (Nr. 139) hatte. Entsprechend dem Reichtum des Besitzers erhielt das Einzelgebäude eine allseitige Stuckfassade im Stil der Neorenaissance, deren Form sich auf klassizistische also französisch-italienische Architekturvorbilder beziehen. Das Kellergeschoß liegt mit (vergitterten) Oberlichtern relativ hoch über dem Straßenniveau, so daß der seitliche Eingang über einen mehrstufigen Treppenlauf erreicht wird. Dieser wird von einem originalen Glasdach auf schmiedeeisernen Konsolenträgern überschützt. Das Erdgeschoß ist kräftig rustiziert, das 1. OG weist dagegen reiche Fensterverdachungen in einer geputzten Wand auf. Im Mansarddach des Dachgeschosses, das nach dem Kriege leider mit Pfannen statt Schiefer neu gedeckt wurde, blieben die originalen Dachgauben erhalten.

Die Villa baut sich auf einen fast quadratischen Grundriß auf, so daß zur Straße je Geschoß vier Fenster (im linken Teil einachsiger Seitenrisalit), zu den Seiten 3 Fenster und zum Garten hin wieder vier Fenster vorhanden sind. Die Gartenfassade wird durch das hohe Treppenhaus mit original erhaltenen Buntglasfenster und einem großflächigen über den ehemaligen Wintergarten liegenden Balkon gegliedert, ein nicht all zu großer, zur Zeit recht verwilderter Garten schließt sich an. Das reiche schmiedeeiserne Balkongitter fand ursprünglich seine Entsprechung im umlaufenden Gitter oberhalb des Daches. Dieses wurde mit der Dacherneuerung entfernt.

Im gesamten Haus blieben die originalen Fenster mit kleinteiligen Sprosseneinteilung, sowie die dahinter liegenden Klappläden erhalten. Ebenfalls die reich ornamentierte Haustüre, wie auch alle Innentüren mit den originalen dekorativen Beschlägen wurden angetroffen. Im Innern zeigt die großzügige Eingangshalle fast vollständig den reichen Ausbau aus der Zeit, der sich von den differenziert dekorierten Bodenfliesen über die mit großflächigen, vielleicht ehemals bemalten Stuckspiegeln verzierten Wände bis zur stuckverzierten Decke erstreckt. Die Türen besitzen eine reich geschnitzte Supraporte als Übergiebelung, das dunkle gebeizte Holz der breiten Türrahmen mit Füllungen findet sich auch in der zweiläufigen Holztreppe mit Holzgeländer wieder, die in die etwas einfacher gehaltenen Obergeschosse führt. Die Grundrißpläne der Villa blieben erhalten und sind in Kopie im Besitz des Konservators.

Auch im Obergeschoß besitzt, wie im Erdgeschoß, jeder Raum noch die originale Stuckdecke, statt der aufwendigen gußeisernen Heizungsummantelung im Erdgeschoß sind hier noch die alten Radiatoren angetroffen worden. Die große Küche im Erdgeschoß ist mit den originalen Buntfliesen ebenfalls noch erhalten geblieben wie der hölzerne Toilettenkasten im Zwischengeschoß. Auch das Dachgeschoß ist ausgebaut, hier sind originale Füllungstüren mit den originalen Beschlägen erhaltenswert. Das großzügige Treppenhaus bestimmt zum Garten hin das originale Buntglasfenster mit Bleifassung, das den Krieg fast ohne Beschädigung überdauert hat.

Die Villa ist eines der bedeutendsten Anwesen der Düsseldorfer Straße, die für Mülheim um die Jahrhundertwende zur bevorzugten Wohnlage des Großbürgertums zählte. Gemeinsam mit den Villen Düsseldorfer Straße 27 und 29 ist die Villa ein Dokument der einstmals reichen in Mülheim ansäßigen Mittelindustrie, deren kulturelles und repräsentatives Engagement das o. g. Gebäude noch heute dokumentiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0