Wohn- u. Geschäftshaus
Aachener Straße 59 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4379 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Aachener Straße 59, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.12.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das um 1890 errichtete Wohn- und Geschäftshaus besitzt vier Geschosse und zeigt zur Aachener Straße 3, zur Moltkestraße 7 Achsen. Die Backsteinfassade mit Stuckgliederungen ist dem Stil der deutschen Neorenaissance gehalten, wobei vor allem die Fassade zur Moltkestraße recht repräsentativ organisiert ist. In den beiden obersten Geschossen sind die drei Mittelachsen in Gestalt eines Scheinmittelrisalites zusammengefaßt, das wiederum von einem aus dem 2. OG hochragenden Erkertürmchen achsial betont wird.
Im Dachbereich wird das Turmmotiv bei den seitlichen Abschlüssen des breiten Ziergiebels wieder aufgenommen, hier erscheint auch wieder das Motiv der horizontal liegenden Diamantquadern, die die stuckierten Wände des EG und 1. OG schmücken. Im 2. und 3. OG sind die Wände aus Backstein. Die Fassadenschräge zur Ecke ist einachsig und wird durch einen stark plastisch geschmückten Erker betont.
Die Fenster sind teilweise original, teilweise wurden sie original ähnlich erneuert, die Haustüre ist neu.
Im Eingangsbereich befindet sich eine Terrazzotreppe mit Holzgeländer. Die Wohnungstüren blieben größtenteils erhalten, in den Wohnungen sind originale Zimmertüren als Rahmentüren mit Holzgewände vorhanden.
Das Haus Aachener Str. 59 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle von der alten Mauer und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist absichtlich im Wohnwert und städtebaulichem Standard stark differenziert und wird durch die sogenannten "Ringe" verbunden.
Die Differenzierung wird durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten, z. B. Kirchen und Opernhaus und Plätze unterstrichen, auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung.
Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der preußischen Besetzung einsetzte.
Die Aachener Straße ist eine schon von den Römern genutzte Verbindungsstraße nach Aachen, deren im alten Glazis gelegener Teil erst in der Gründerzeit bebaut werden konnte. Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen kunsthistorische und städtebauliche Gründe.
Das Eckgebäude ist vor allem aus städtebaulichen Gründen erhaltenswert, da es mit dem gegenüberliegenden ebenfalls gründerzeitlichen Stuckgebäude Moltkestr. 65 a stilistisch korrespondiert und somit den Charakter dieses Straßenraumes wesentlich prägt.
Als Dokument der Erstbebauung der Aachener Straße ist es von kunstgeschichtlichem Interesse.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0