Wohn- u. Geschäftshaus (ehem. Wohnhaus)

Aachener Straße 53 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6146
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus (ehem. Wohnhaus)
Adresse Aachener Straße 53, 50674 Köln
Baujahr1884
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.08.1991
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut 1884 (inschr. dat.), 3 Geschosse, Souterrain, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Türmchen und davor liegender Gaube sowie oben angebrachter schmiedeeiserner Wetterfahne in der Mittelachse, Betonung der Mittelachse auch durch flache Wandvorlage (ab 1. OG) und Balkon auf rundem Grundriß (1. OG), Putzfassade mit Stuckgliederungen vorwiegend im Stil der Renaissance, Souterrain teilweise verändert, Fenster in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert, Eingangssituation mit der Treppe und der Haustür original. Rückseite und seitlicher Anbau backsteinsichtig, orig. Terrasse mit Balustrade (neuere Überdachung), Fenster verändert.

Im Innern original erhalten: im Vestibül Marmor- und farbiger Fliesenboden, Marmortreppe mit 2 Messinghandläufen, Zwischentür (mit orig. geschliffenen Glasscheiben und Messinggriff), Reste von Deckenstuck; im Flur farbiger Fliesenboden, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten (auch ins Souterrain), weitgehend Wohnungseingangstüren, Deckenlampe (im Hochparterre); in den Wohnungen weitgehend Zimmertüren mit Laibungen, teilweise Deckenstuck.

Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten mit den Einfriedungsmauern. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die 1-geschossige Hinterhofüberbauung mit Flachdach (Büroräume).

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Aachener Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde als lindenbestandene Alleestraße angelegt und im wesentlichen in den Jahren 1885-1895 bebaut. Das 1884 errichtete Haus Nr. 53 gehört zu den besonders frühen Zeugnissen der Neustadtbebauung und ist integraler Bestandteil der auf dieser Seite der Aachener Straße weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile. Wie seine etwas später entstandenen, fassadenähnlichen Nachbargebäude Nr. 43-47 variiert es das für Köln typische Dreifensterhaus. Durch seine aufwendig und abwechslungsreich gegliederte Fassade, die vorwiegend Stilelemente der Renaissance aufgreift, hebt es sich dabei besonders hervor. Über dem rustizierten Sockel mit dem Hochparterre tritt die als gestalterische Einheit behandelte Mittelachse mit Balkon, Wandvorlage und oben abschließenden Turmhelm in den Vordergrund. Das o. g. Gebäude, das die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung und das historische Erscheinungsbild an der Aachener Straße bewahrt, wird somit zum unverzichtbaren Dokument der Gründerzeitarchitektur in Köln.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0