Wohnhaus

Palanterstraße 12 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4404
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Palanterstraße 12, 50937 Köln
Baujahrum 1860
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.01.1988
Stadtteil Sülz

Das Gebäude wurde im Kern um 1860 errichtet. Baugeschichtlich dokumentiert der ursprünglich 2-geschossige Backsteinbau und in den 20er Jahren aufgestockte, mit Scharrierputz und Ornamentik versehene Baukörper in seinem heutigen Erscheinungsbild die Spätphase des geometrischen Jugendstils, vermischt mit Einzelelementen des gemäßigten Expressionismus rheinischer Ausprägung.

Die 3-geschossige, 4-achsige, in feinen Fugenschnitten strukturierte Fassade ist nur durch ein Sockelgesims und ein Fenstersohlbankgesims des 2. OGs horizontal gegliedert, wobei die Fensterachsen des Erdgeschosses und des 1. Obergeschosses in einer profilierten Rahmung zusammengefaßt wurden und der Fassade eine vertikale Betonung verleihen. Die Brüstungsfelder sind durch rechteckig gerahmte "Spiegel" mit kleinen Medaillons geschmückt; in der Zone über dem 1. OG befindet sich - mittig gesetzt - ein Relief mit einem Motiv neoklassizistischen Inhalts. Über dem betont profilierten und mit Fries besetzten Fenstersohlbankgesims präsentieren sich rundbogig gerahmte gerade Fensteröffnungen, deren Lünetten mit Dekor besetzt sind. Der mit Pfeilervorlagen gerahmte und durch einen geschweiften Rundbogen mit Ornamentfeld betonte Portalbereich auf der rechten Fassadenseite findet seinen kompositorischen Ausgleich in der im Abstand von den anderen Achsen leicht abweichenden linken Außenachse.

Trotz der durch Kriegseinwirkung zerstörten Dachzone (die wieder im Originalzustand hergestellt werden soll) veranschaulicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Die Rückfront des Hauses ist ziegelsichtig. Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Terrazzofußboden, Steintreppe, umlaufendes Eisengeländer mit Holzhandlauf und Antrittspfosten.

Ortsgeschichtlich dokumentiert das Wohnhaus die Phase der Erstbebauung des 1888 nach Köln hin eingemeindeten Vorortes, der seine Entstehung den Ziegeleien und Kiesgrubenbetrieben des 19. Jhs. zu verdanken hat. In Sülz beginnt diese Entwicklung im Jahre 1845 in dem Bereich zwischen Sülzburgstraße und Aegidiusstraße. Die als die Kölner Neustadt nahezu vollendet war und somit weitere Gebiete für ein stadtzentrumnahes Wohnen erschlossen werden mußten.

Städtebaulich bedeutend ist das o. g. Objekt als eines der wenigen, noch erhaltenen Denkmäler der Palanter Straße, welches das ehemalige historische Erscheinungsbild der Straße in Ansätzen bewahrt und in seiner Erscheinung wirken und Wandel historischer Prozesse anschaulich erlebbar macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0