Wohnhaus
Grafenmühlenweg 113 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4422 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Grafenmühlenweg 113, 51069 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.01.1988 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Die schlichte 2-geschossige Backsteinvilla wurde um 1900 errichtet und war wahrscheinlich das Wohnhaus des Besitzers der benachbarten Radium-Gummifabrik, die etwa um 1970 stillgelegt und in Wohnungen umgebaut wurde. Zur Straße hin ist die Fassade des Hauses fast symmetrisch ausgerichtet. Ein weit vorspringender Erker in der Mittelachse wird von einem Zwerchgiebel bekrönt, als schlichter Schmuck läuft als Gurtgesims ein Deutsches Band um das gesamte Gebäude. Die Holzfenster blieben mit originalen Verzierungen des Mittelpfostens erhalten, teilweise auch die Blechabdeckungen der Rolladenkästen. Zur Straße hin ist die originale Einfriedung durch ein Eisengitter bemerkenswert. Von einem an der rechten Seite an den hübschen Wintergarten sich anschließenden Gartengelände blieb ein schmales Stück des Grundstückes mit einem alten Baum bestehen.
Hinter der originalen Haustür liegt eine kleine Diele mit originaler Holztreppe und Balustergeländer. Die Zimmer werden teilweise mit alten Füllungstüren abgeschlossen. Trotz der Modernisierung blieb der Grundriß als originaler Bestand erhalten.
Dellbrück war ein Teil der Bürgermeisterei Merheim, bis diese 1914 mit Stadt und Kreis Mülheim nach Köln eingemeindet wurde. Das ehemalige rechtsrheinische Dorf ist seinerseits seit 1904 eine Zusammenfassung der Weiler Turn, Strunden, Hagedorn und Altdellbrück, wie sich im Gebiet der ehemaligen Grafschaft Berg um den Turner Hof mit seinem bedeutenden Fachwerkherrenhaus und am gefällereichen Strunderbach mit seinen Mühlen gebildet haben. Die Lage des Bahnhofes der Eisenbahn von Mülheim nach Bergisch Gladbach gab dem Ort den Namen.
Die schnelle bauliche Entwicklung verdankt der Ort der industriellen Ansiedlungen in diesem Bereich, wozu auch u. a. die ehemalige Radium-Gummifabrik gehörte. Durch diese Industrien hat der Ort seinen dörflichen Charakter verloren und ist zu einem städtischen Nebenzentrum aufgewachsen.
Städtebaulich ist ein stilistischer Zusammenhang zwischen Villa und Fabrikgebäuden unverkennbar, die beide als Dokumente der Gründerjahre innerhalb eines freigewachsenen Stadtraumes ihren Platz behaupten.
Die Unterschutzstellung erfolgte auf Antrag der Hausbesitzerin.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0