Wohn- u. Geschäftshaus (ehem. Wohnhaus)
Dellbrücker Hauptstraße 35 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7042 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus (ehem. Wohnhaus) |
| Adresse | Dellbrücker Hauptstraße 35, 51069 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.02.1994 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Um 1890 gebaut, 2 Geschosse, ausgebautes Mansardgeschoß, EG teilweise verändert durch Fenstervergrößerung; 3 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen, stilistische Anklänge an Renaissance- und Barockformen, flach vortretender Mittelteil mit geschwungenem Giebelaufsatz, reiche Volutenkonsolen und Kartuschenschild; Mansarddach teils mit Schiefereindeckung, 2 hölzerne Gauben mit Schopfwalmdächern; neue Fenster, originale Haustür. Rückseite: 4 Achsen; Putzfassade; Treppenhaus risalitartig vortretend, mit 2. OG als späterer Aufstockung; originale Hoftür, größtenteils neue Fenster, EG-Fensteröffnung in rechter Achse zur Tür erweitert. Im Inneren original erhalten: Eingangsbereich mit Mosaikfliesenboden, 2-flügelige Tür zum Treppenhaus; Treppenhaus mit Mosaikfliesenboden, hölzerne Treppe mit gedrechseltem Antrittspfosten und gedrechselten Geländerstäben, Dielenboden auf Treppen- und Etagenabsätzen, großenteils Wohnungsabschlußtüren und Aborttüren.
Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück, die zunächst noch zur Bürgermeisterei Merheim gehörten und mit dieser 1914 durch Eingemeindung kölnisches Stadtgebiet wurden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahn zu entwickeln. Neben der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung gewann die Dellbrücker Hauptstraße mit nord-südlichem Verlauf zunehmend Bedeutung, so daß sich auch hier seit der Jahrhundertwende die Bebauung mit Wohn- und Geschäftshäusern verdichtete. In der Umgebung der 1878 erbauten katholischen Pfarrkirche St. Joseph entstanden im südlichen Teil der Dellbrücker Hauptstraße Gebäude repräsentativen Charakters, die den Beginn des gründerzeitlichen Siedlungsausbaus Dellbrücks als kleinstädtischem Vorort belegen. Zu den noch vorhandenen Zeugnissen dieser Art gehört das Haus Dellbrücker Hauptstraße 35, dessen Fassade in weitgehend unverändertem Zustand erhalten ist und handwerklich qualitätvolle Gestaltung aufweist. Die schlichte Putzfassade ist in den unteren Geschossen sparsam gegliedert. Das Erdgeschoß betont mit durchlaufenden Horizontalgesimsen und ausschließlich waagerechtem Fugenschnitt die Traufständigkeit des Hauses; im Obergeschoß beschränkt sich die Gliederung auf die Profilrahmungen und Sohlbankkoppelungen der stichbogigen Fensteröffnungen; das Dachgeschoß besitzt durch das abknikkende Mansarddach ebenfalls eine lagernde Komponente. Im Kontrast dazu bewirkt der steile mittlerer Giebelaufsatz eine Hervorhebung der vertikalen Gebäudemittelachse. Am geschwungenen Giebel mit seinen Renaissance- und Barockelementen konzentriert sich die gesamte plastische Bauzier und läßt ihn zum repräsentativen Blickfang des Gebäudes werden. Bezeichnend für den kleinstädtisch-ländlichen Charakter des Hauses sind dagegen die hölzernen Dachgauben und im Inneren das in gediegener Weise gestaltete, ursprünglich erhaltene Treppenhaus. Das Haus Dellbrücker Hauptstraße 35 ist deshalb in orts- und baugeschichtlicher Hinsicht ein unverzichtbares Objekt, das zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0