Wohnhaus
Kämpchensweg 2 · Müngersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4429 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kämpchensweg 2, 50933 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 29.01.1988 |
| Stadtteil | Müngersdorf |
Das Gebäude wurde 1907 errichtet. Baugeschichtlich weist sich das zu 3 Seiten freistehende, sattelgedeckte Gebäude als 2-geschossiger, unregelmäßig komponierter Baukörper aus, mit zwei geschweiften Giebeln, zwei Erkern, einem an der Straßenfassade mit halbkreisförmigem Grundriß und schiefergedecktem Kegeldach sowie einer konvexen, der Rundbogenform des darunterliegenden Fensters adäquaten Auskragung; der andere an der etwas zurückgesetzten, dem Stadtwald zugewandten Seite, ebenfalls auf halbkreisförmigem Grundriß mit Balkonaufbau und schmiedeeisernem Gitteransatz. Das asymetrische Gliederungsprinzip, die unterschiedlichen Fensteröffnungen und -anordnungen sowie der Dekor des Hauses (Masken u. Chiären) sind dem Jugendstil verpflichtet.
Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Zur Zeit ist das Gebäude zwecks Renovierung mit einem Gerüst versehen. Das Innere des Hauses, das in seinem Wohnungszuschnitt zum Teil verändert wird, entspricht in seinen originalen Ausstattungsteilen dem äußeren Erscheinungsbild:
Differenzstufen und Flurfensterbänke aus Basalt, Kellertreppe, Treppenhaus mit Holztreppe, cannelliertem Geländer, Antritts- und Zwischenpfosten, Strukturwandtapete und Abschlußleiste, Wand- und Deckenstuck im Entrée, vollständig erhaltene Wohnungstürabschlüsse mit gerundeten, kleinteiligen Oberlichtern, z. T. noch mit farbigem Glaseinsatz, Flurfenster)
Ortsgeschichtlich bedeutend ist die Halbvilla als Zeugnis der ab der Eingemeindung nach Köln 1888 erfolgten Erweiterung des Ortes Müngersdorf, dessen Ursprünge in einer Urkunde über die Ortschaft "Müngersdorf" bis in das Jahr 980 nachgewiesen wurden. Seit dem Mittelalter war Müngersdorf eine Ortschaft mit staatlichen Hofgütern aus kirchlichem Besitz. Diese zum großen Teil erhaltenen Höfe sind Kernpunkt der geschichtlichen Entwicklung des Dorfes und bestimmen neben der Pfarrkirche entscheidend das Ortsbild. Sie liegen an der historischen Dorfstraße, die seit dem späten 19. Jahrhundert Wendelinstraße und Belvederestraße bekannt wird. Der Kämpchensweg ist eine kurze, parallel zur Belvederestraße verlaufende, einseitig bebaute Wohnstraße direkt am Stadtwald. O. g. Gebäude ist ein frühes Beispiel für die erst verstärkt in den 20er Jahren aufkommende Villenbebauung.
Städtebaulich bezeugt das o. g. Objekt als einziges Gebäude der Straße die historische Bebauungskunst nach 1900.
Von der Belvederestraße aus gesehen, bildet es einen weithin sichtbaren Markierungspunkt am Schnittpunkt Eschenallee/Kämpchensweg. In Zusammenhang gesehen mit dem moderneren angrenzenden Wohnhaus macht das Gebäude Wirken und Wandel historischer Prozesse ablesbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0