Wohnhaus

Im Weidenbruch 12 · Höhenhaus

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4446
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Im Weidenbruch 12, 51061 Köln
Baujahr1955
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.02.1988
Stadtteil Höhenhaus

Das Anwesen wurde 1953 von dem Kölner Architekten Fritz Schmidt geplant und 1955 fertiggestellt.Baugeschichtlich bemerkenswert ist das freistehende, traufständige Einfamilienhaus mit weit ausladendem, schiefergedecktem Satteldach vor allem wegen seiner qualitätvollen, handwerklich soliden Ausführung im Stil der 50er Jahre und seinen noch vollständig erhaltenen Detailausführungen im Bereich des umgebenden Grundstückes sowie im Innern des Hauses.

Der asymmetrisch komponierte, in seiner Materialverwendung der Tradition verpflichtete Baukörper ist über einen Sockel aus Grauwacke mit weißem Münchner Rauhputz versehen.

Während die 2-achsige Straßenseite außer 2 schieferverkleideten Dachgauben keine plastischen Ausformungen aufweist, befindet sich an den beiden Giebelseiten jeweils ein Balkon mit Eichenholzbalustrade, sowie an der westlichen Seite eine zu den Kellerräumen führende Treppe mit schmiedeeisernem Geländer. An der rückwärtigen Hausfront sorgen ein Giebelvorbau, eine schieferverkleidete Dachgaube sowie zwei schieferverkleidete Kaminausgänge für eine bewegte Dachlandschaft. Der Terrassenbereich ist aus Bruchsteinplatten angelegt wie auch das Wegenetz des Gartens inmitten nierenförmig gestalteter Rasenflächen und 30 - 40-jährigem Baumbestand. Die ebenfalls mit diesen Platten (Grauwacke) belegte, geschwungene und z. T. erhöhte Fahrspur führt zu der im rückwärtigen Teil des Gartens erbauten, an die mit Bruchsteinintarsien verzierte Gartenmauer anschließende Garage. Beide sind wie das Wohnhaus verputzt und mit Biberschwänzen abgedeckt.

Der ebenfalls mit Bruchsteinplatten belegte und getreppte, als Einschnitt in den Baukörper gestaltete Eingangsbereich an der östlichen Giebelseite wird von einem gequaderten Natursteinpfeiler abgestützt. Hier findet sich an der Hauswand ein Sgraffito als Palmenmotiv, ein schmiedeeisernes Geländer sowie der mit gequadertem Natursteingewände ausgestattete Hauseingang mit einer Haustür aus gelblicher Flaschenfußverglasung im Teakholzrahmen. Links daneben führt ein weiterer Eingang aus überdachendem, strukturiertem, nach unten sich verjüngenden Kunststeingußgewände mit strahlenförmiger Verzierung im oberen Bereich in den längst der Grundstücksgrenze liegenden, ehemaligen Bürotrakt. Von den vertikal geteilten Fenstern aus polnischer Kiefer sind giebelseitig die Fenster des Erdgeschosses in Bleiverglasung von K. Winnen ausgeführt, alle Fensteröffnungen des Anwesens sind mit Kunstschmiedearbeiten vergittert.

Straßenseitig ist das Anwesen von einer niedrigen Backsteinmauer aus Grauwacke unter - die einzelnen Pfeiler verbindenden Metallstäben umgrenzt, wobei das zweiflügelige symmetrisch angelegte, strahlenförmig konzipierte Tor der Garagenzufahrt sowie das einflügelige Gartentörchen gleichen Stils (beide aus Teakholz) einer besonderen Erwähnung bedarf.

Weitere Ausstattungsteile des Gartens aus der Erbauungszeit sind drei fest installierte Gartenleuchten, ein nierenförmiger Brunnen aus verschiedenfarbenem italienischem Glasmosaik mit Motiv, sowie eine signierte Terrakottastatue des verstorbenen Malers und Bildhauers R. Fuchte von 1954.

Bemerkenswert ist auch das Innere des Hauses mit seiner noch lückenlos erhaltenen originalen Ausstattung in einer Vielfalt von Stiltendenzen, vorwiegend jedoch im typischen 50er Jahre Design: eine Buchentreppe mit einem Geländer aus sich mittig verjüngenden Limbastäben, glatte, naturbelassene Zimmertüren und strahlenförmig komponierte Heizkörperverkleidungen, ebenfalls aus Limbaholz, Parkettfußböden (Wohnzimmer) und Sonthofener Platten (Flur, EG und OG), Fensterbänke aus Marmorplatten, zweifarbige Fliesen in Küche und Bad, in letzterem auch grünliche Majolika-Wandfliesen, in der Küche Einbauschränke aus Limbaholz.

Der Wohnraum im Erdgeschoß besitzt eine nierenförmig angelegte und strahlenförmig gefächerte Stuckverzierung mit einem Einschnitt in Form eines unregelmäßigen Trapezes sowie eine Stuckkehle für indirekte Beleuchtung, die Decke eines anderen Raumes ist im Neorokoko stuckiert. Die Wände des Kellers sind weiß gefliest und mit einzelnen blauen Fliesen akzentuiert.

Ortsgeschichtlich bedeutsam ist das Gebäude als Teil und Zeugnis der Erstbebauung der Straße "Im Weidenbruch", die - mit der Ortschaft Dünnwald - die äußere Begrenzung des ab 1933 errichteten und nach Beendigung des 2. Weltkrieges fertiggestellte Stadtrandsiedlung Höhenhaus darstellt.

Oben genanntes Objekt ist - wie auch das Konzept der Siedlung - Variante, die an die um die Jahrhundertwende begonnene Heimatschutz- und Heimatkunstbewegung anknüpfte. Ihr Konzept war die Abwendung vom Großstadtleben zugunsten einer romantischen Naturvorstellung in sichtbarer dörflicher Bebauung. Nach dem 2. Weltkrieg kam ein weiterer Aspekt hinzu: Das Bedürfnis nach Rückzug und Individualismus, dokumentiert durch das Eigenheim im Grünen an der Peripherie der Stadt.

Städtebaulich aussagefähig ist das Objekt sowohl als kompositorische Einheit als auch als ästhetisch anspruchsvolles Bauwerk. Es dient als Vermittler siedlungsräumlicher und stadtbildprägender Qualität im Bereich der künstlerisch orientierten Architektur der Nachkriegszeit.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0