Wohn- u. Geschäftshaus

Mathiasstraße 15 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4455
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Mathiasstraße 15, 50676 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.02.1988
Stadtteil Altstadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1880 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 3 1/2-geschossige, 3-achsige Traufenhaus als Beispiel einer Backsteinbauweise mit Stuckgliederungen aus dem Formenrepertoire der Renaissance sowie als Typ des sogenannten Kölner Dreifensterhauses. Die durch Gurtgesimse, ein Konsoltraufgesims sowie die durch Gesimsbetonung des 3. Halbgeschosses in Höhe der (nicht mehr vorhandenen) Fensterkämpfer gegliederte Fassade ist zusätzlich durch ohriges (1. Obergeschoß) und gerades (2. Obergeschoß), profiliertes Fenstergerähm, Fensterbankgesimse (im 2. Obergeschoß mit Konsolen), in Pfeiler gerahmte Brüstungsfelder (1. Obergeschoß) strukturiert; als Bekrönungsschmuck der Fenster dienen im 2. Obergeschoß gefächerte Keilsteine, im 1. Obergeschoß als sogenannte Belétage Dreiecksverdachungen mit Konsolen und ein mittig gesetztes Ädikulafenster mit Balustradenzier.

Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Im Innern des Hauses sind an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Ein durch ein Oberlicht beleuchtetes Treppenhaus mit Terrazzotreppe und schmiedeeisernem Geländer im Entrée, dann Holztreppe mit gedrechseltem umlaufenden Geländer am 1. Podest, Stuckrosette und Stuckkehlen, gelbe Wandfliesen, in den Wohnungen zweiflügelige Durchgangstüren, breite Türrahmungen, teilweise Zimmertüren und kleine Deckenrosetten.

Der rückwärtigen Backsteinfront ist ein Seitenhaus, ebenfalls Backstein, mit eigenem Treppenhaus angelehnt, dessen Flurfenster noch den Originalzustand aufweisen. Im Innern ist hier noch ein Fliesenfußboden, eine Holztreppe mit gedrechseltem, umlaufendem Geländer nebst Antrittspfosten, Majolikawandfliesen sowie teilweise Podest- und Zimmertüren erhalten.

In seiner Erscheinung dokumentiert es die Nachfolgebebauung der zur Kölner Altstadt gehörenden Mathiasstraße um 1880. Im 2. Weltkrieg wurde die Altstadt zu über 90% zerstört. Das Haus gehörte zum Restbestand der noch vorhandenen historischen Bauwerke.

Städtebaulich bildet das o. g. Objekt mit dem zeitgleichen Nachbarhaus Nr. 13 ein Bauensemble, das mit dem Hotel "Zur Meerkatze" (von 1709) die wechselvolle Bausituation in der Mathiasstraße nachhaltig vergegenwärtigt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0