Pfarrgebäude

Filzengraben 4 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8366
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungPfarrgebäude
Adresse Filzengraben 4, 50676 Köln
Baujahr1963 bis 1964
Architekt / PlanungFritz Renne
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 12.10.1998
Stadtteil Altstadt/Süd

Erbaut 1963/64 (Bauantrag 23.4.63; Schlußkontrolle Keller/EG 9.10.64); Architekt: Fritz Renne; zweigeschossiger Backsteinwinkelbau mit flachgeneigtem, einseitig abgewalmten Satteldach (Schiefereindeckung) am Filzengraben und Flachdach entlang der Trinitatiskirche.

Straßenfassade: links vollständig geschlossen, rechts mit breiter, einheitlich gestalteter eingezogener Türanlage (originale Türen und Tor); OG: rechts, oberhalb der Zugänge durchfenstert (sechs originale Einscheibenfenster mit Holzrahmen und Betonstürzen); links zwei originale Einscheibenfenster mit Holzrahmen und Betonstürzen.

Rückfronten: verputzt; Hauptbau: linker Hand Tordurchfahrt, rechts großflächig durchfenstert; OG: rechts loggia-artig eingezogen; Brüstungen mit Metallrahmenkonstruktion; Seitentrakt: abgeschrägter Balkonvorbau auf Stützen mit Verdachung und separater Treppe (originaler Fliesenbelag auf der Treppe und dem Balkon); Brüstungen mit Metallrahmen; verglaste Metalltüren; im EG links 1980 erneuertes Fenster.

Innen original: EG: Grundriß im vorderen Bereich; Bodenplatten im großen EG-Raum; verglaste Metallzwischentür; Bodenbelag im hinteren Teil, neben der Kirche; gewendelte Treppe mit hellem Natursteinbelag und Metallgeländer; OG: Grundriß; Türen.

Veränderungen: geringfügige Grundrißveränderungen im hinteren EG-Bereich, neben der Kirche (umnutzungsbedingt neu eingezogene Wände)

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2 Weltkrieges, in dem weite Teile der Kölner Altstadt bis zu 90% zerstört worden waren, geraten als mitlerweile abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Die schnell einsetzende Wiederaufbauplanung ging davon aus, den Grundriß der Kölner Altstadt intakt zu halten und die Höhe der Bebauung dem Maßstab der Kirchen anzugleichen. Das Planungsziel für die Altstadt war der Vorrang des Wohnens, bzw. das Wiedergewinnen der Wohnqualität, wie sie vor der Verdichtung des 19. Jahrhunderts im alten Köln vorhanden schien. Dies bedeutete u.a. die konsequente Herabzonung der Gebäudehöhen auf zwei bis drei Geschosse. Zeugnis dieses städtebaulichen Konzepts ist auch das o.g. Objekt am Filzengraben, dessen schlichte äußere Gestaltung in Backsteinbauweise mit Satteldach typisch für eine Vielzahl von Bauten der Nachkriegsarchitektur ist.

Die durch die Eingangssituation und die Fensteröffnungen rhythmisierte Fassade sind typische, durch den Funktionsablauf vorgegebene Gestaltungselemente der Zeit, die mit geringen Mitteln eine abwechslungsreiche, unaufgeregte Baumassen- und Detailgliederung erreichen.

Das o.g. Gebäude stellt somit ein qualitätvolles Zeugnis für den Wiederaufbau eines innerstädtischen Wohnviertels dar, bei dem die städtebaulichen und architektonischen Leitlinien der 50er Jahre verwirklicht wurden. Die einheitliche Gestaltung des Gebäudes, die unter Berücksichtigung der besonderen Funktion als Gemeindehaus dessen besondere Gliederung bedingt, macht die besondere Wirkung des Gebäudes aus.

Gestaltung und Lage des Objektes innerhalb des Straßengefüges charakterisieren es als ein unverzichtbares bauliches Dokument der Wiederaufbauphase Kölns und ist daher unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0