Wohn- u. Geschäftshaus

Brüsseler Straße 17 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4473
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Brüsseler Straße 17, 50674 Köln
Baujahr1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.03.1988
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Mietshaus wurde 1902 errichtet. Baugeschichtlich bewahrt das in 5 regelmäßige Achsen zerlegte 5-geschossige traufständige Wohnhaus mit einem ausgebauten Souterrain-Gewerbe-Geschoß und einer Mansarddachzone die Tradition des Kölner Klassizismus. Der risalitartige Vorsprung in der Mittelachse ist zwar nur angedeutet, die Symmetrie der Zentralreihe ist aber durch die an allen Geschossen verdoppelten Fenster errichtet. Auch der sonst sparsame Schmuck ist an den oberen drei Stockwerken in der Mittelachse zusammengezogen. Die betonten Wölbungen der Fensterverdachungen schließen die gleichmäßigen waagerechten Rahmungen links und rechts ab.

Stark akzentuiert ist an der ganzen Fassade die Farbgliederung einzelner konstruktiver Elemente und von neuem die Hervorhebung der Mittelachse. Das 1. Obergeschoß ist durch die zwei energisch gekröpften Brüstungsgesimse nach oben und unten abgetrennt. Im Hausinneren ist ein inkrustierter Terrazzoboden mit schwungvoller Treppenführung, ergänzt durch ein ornamentiertes Eisenfußgeländer, erhalten.

Nicht mehr Bestandteil des Denkmals sind die rückwärtige Fassade des Gebäudes und der seitliche Anbau („Hintertrakt“). Sie sind durch Nutzungsänderungen und daraus resultierenden Umbauten sowie Sanierungen grundlegend verändert worden: Bei einer Modernisierung wurden in allen Geschossen des Vorderhauses in je einem Raum Sanitärobjekte eingebaut, die eine Verkleinerung des Fensters zur Folge hatten, und die rückwärtige Fassade des Hinterhauses wurde verkleinert.

Der Denkmalwert bezieht sich daher nur noch auf die Straßenfassade, das Satteldach des Vorderhauses und das Treppenhaus.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt bedeutend, weil es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Köl-ner Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von J. Stübben und K. Henrici 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Mauritiuswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Brüsseler Straße entstanden, den repräsentativen Charakter des ganzen sog. Belgischen Viertels entsprechend, vor allem Wohn- und Geschäftshäuser für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Wohn-ansprüchen.

Städtebaulich setzt sich das o. g. Wohnhaus von dem teilweise spiegelbildlich gedachten Nebenhaus (Nr. 15) und besonders von der üppigen Ausstattung des Eckhauses zur Jülicher Straße, durch seine Bescheidenheit ab. In seiner Baumasse, Höhe und Propor-tion korrespondiert das o. g. Objekt im weiteren noch mit den Häusern Nr. 23-25 in Rich-tung zur Richard-Wagner-Straße. Es reiht sich so in das ganze noch teilweise erhaltene historische Straßenensemble ein und ermöglicht, das ehemalige Erscheinungsbild der Gegend erlebbar nachzuvollziehen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0