Wohnhaus
Brüsseler Straße 23 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4383 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Brüsseler Straße 23, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.12.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das um 1900 errichtete Wohn- und Geschäftshaus besitzt eine dreiachsige Stuckfassade die an süddeutsche Renaissancebauten teilweise stilistisch anknüpft. Dies bezieht sich vor allem auf den zierlichen Erker über der linken Achse, die in Form eines "Chörleins" über zwei Geschosse mit fein differenziertem plastischem Schmuck reicht und im 3. Obergeschoß schließlich in einem dekorativem "Altan" ausläuft. Darüber erhebt sich der Schmuckgiebel des Dachgeschosses, die beiden über den Seitenachsen stehenden Dachgauben sind ebenfalls original. Die beiden unteren Geschosse - Hochparterre und gewerblich genutztes Souterrain bilden eine reich gegliederte Einheit, deren differenzierte Ornamentik in Haustüre, Fenstern und Toreinfahrt zur Durchführung gelangt. Besonders erhaltenswert sind die original erhaltenen Sprossenoberlichter und die originale reich geschmückte Haustüre mit Facettenglas.
Das Innere zeugt vom Formreichtum und qualitätvollem Material des gründerzeitlichen Ausbaus. Differenzstufen aus weißem Marmor führen zur Terrazzotreppe mit Eisengeländer. Die Zimmer- und reich verzierten Wohnungstüren sind original erhalten. Die Stuckdecke (gotisches Kreuzgewölbe) über dem Eingang findet ihre stilistische Entsprechung in den stuckierten Wohnhzimmerdecken der Obergeschosse.
Das Haus Brüsseler Str. 23 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist absichtlich im Wohnwert und städtebaulichem Standard stark differenziert und wird durch die sogenannten Ringe "verbunden". Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen, auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Wohnhäuser. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung bis 1914 finanziert, der durch Industrialisierung der Rheinlande nach der Eingliederung nach Preußen einsetzte.
Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen architektonische, kunsthistorische und städtebauliche Gründe.
Städtebaulich ist das Objekt eines der am besten erhaltenen wertvollen Dokumente der Erstbebauung der Brüsseler Straße. Mit den Häusern Nr. 25 und - gegenüberliegend - Nr. 24 und 26 ist das Objekt maßstabbildend für die Brüsseler Straße. Sie dokumentieren den gehobenen Wohnanspruch des bürgerlichen sogenannten belgischen Viertels, dessen Reste noch heute Dokumente der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte des fin de siècle darstellen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0