Wohnhaus

Lessingstraße 8 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4480
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lessingstraße 8, 50825 Köln
Baujahr1909
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.03.1988
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut 1959 von Architekt Wolfgang Maria Pilartz, freistehender Bau in kubisch verschachtelter Bauweise auf Verwinkeltem Grundriss, 1-geschissig mit Stelzung im Erdgeschoss durch Betonpfeiler, Backsteinfassaden, schwach geneigte Pultdächer; originale Fenster und Haustür; Straßenseite mit mittigem Eingangsbereich und Kunststeintreppe, 2 Garagen im Sockelgeschoss. Rückfront mit 2 Terrassen, Kunststeintreppe und Schornsteinblock mit 2 offenen Kaminen. Äußeres und Inneres des Hauses nahezu original erhalten, offener Wohn- und Essbereich (mit Kamin) und Privattrakt mit Parkettfußboden, Schieferboden im Eingangsbereich, z. T. Holzdecken, Einbauten.

Bestandteil des Denkmals ist auch die von dem Landschafts- und Gartenarchitekten Viktor Calles gestaltete Gartenanlage mit nierenförmigem Gartenteich.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Im 20. Jahrhundert wurde die Rheinlage von Rodenkirchen für eine vorstädtische Villenbebauung erschlossen. In unmittelbarer Nähe des Rheinufers entstanden bis in die 20er Jahre herrschaftliche Wohnhäuser, erbaut überwiegend von bedeutenden Kölner Architekten. Ab den 30er Jahren bis um 1960 schließt sich der weite südliche Bereich zwischen Ufer und Haupt- bzw. Weißer Straße mit einer überwiegenden Einfamilienhausbebauung. In der parallel zur Uferstraße verlaufenden Lessingstraße erbaut der Kölner Architekt Wolfgang Maria Pilartz im Jahre 1959 o.g. Einfamilienhaus. Die Lage des Baugeländes in hochwassergefährdeten Gebiet bot eine Stelzung des Baukörpers im Erdgeschoss an. Das knappe Sockelgeschoss enthält lediglich eine nicht hochwasserfreie Doppelgarage. Die auf äußerste Leichtigkeit , Transparenz sowie Öffnung und Einbeziehung der Natur bedachte Architektur stellt eine deutliche Abkehr vom konventionellen Hausbauen dar. Es ist ein frühes Beispiel für eine Neuorientierung der Architektur an den fortschrittlichen Bauten Amerikas, insbesondere den Leistungen Richard Neutras, einem der Protagonisten der Moderne. Einzigartig ist auch die Verbindung von Haus und Garten gelöst worden, wobei die Gestaltung der Garenanlage mit dem für die Zeit typischen nierenförmigen Wasserbecken von dem Gartenarchitekten Victor Calles ausgeführt worden ist.

Für die Stadt Köln ist das Haus, ähnlich wie die Privathäuser von Gottfried Böhm und O.M. Ungers, ein wichtiges Zeugnis und Aushängeschild für moderne Architektur nach 1945 – vergleichbar mit den im Sinne des Bauhauses gestalteten Wohnhäusern von Hans Schumacher aus den 20er Jahren in unmittelbarer Nähe am Rheinufer. Innerhalb des Wohnviertels um die Lessingstraße verleiht dieses Wohnhaus zusammen mit einigen anderen der Umgebung den Charakter einer in der Bauqualität exclusiven Wohngegend.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0