Wohnhaus
Marienstraße 24 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7844 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Marienstraße 24, 50825 Köln |
| Baujahr | um 1860 bis 1870 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.04.1996 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut um 1860 (?)/1870; Vorderhaus über querrechteckigem Grundriß mit eingeschossigem seitlichem Anbau (nachträglich erheblich erweitert).
Fassade: 2 Geschosse, ausgebautes Satteldach; 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung des Klassizismus (EG mit aufgeputzten Lagerfugen/Bogenquaderung; profilierte Fensterrahmungen im OG; Horizontalgliederung durch profilierte Gesimse); Fenster/Eingangstür erneuert.
Rückfront: nachträgliche Erweiterungen verunklären ursprüngliche Form der Rückfront; ursprünglicher Zustand: 2 Geschosse, Satteldach; rechter Hand eingeschossiger Anbau (in der Tiefe der heutigen Rückfront); heutiger Zustand: dreigeschossig; 2 Achsen; verputzt; Fenster/Tür erneuert.
Innen original: Grundrisse im Ursprungsbau weitgehend erhalten (außer Wanddurchbruch Wohnraum/Küche); ornamentierte Bodenfliesen im Eingangsbereich; z.T. Handlauf/Fußleisten/Dielenböden (u.a. 1.OG vorn); Kellerwange; gemauerter Gewölbekeller mit Backsteinboden (Quertonne unter dem vorderen Teil des Hauses).
Veränderungen: Holztreppe nach Originalvorlage erneuert; Gebäude wurde rückwärtig um die Tiefe des ehemals eingeschossigen Anbaus erweitert, der wiederum aufgestockt wurde; oberer Abschluß durch eine so geschaffene Dachterrasse; dadurch Veränderungen der Dachlandschaft; Grundrisse durch Wanddurchbrüche im Bereich des rückwärtigen Anbaus verändert. Alle baulichen Erweiterungen sind nicht Bestandteil des Denkmals. Nicht Bestandteil des Denkmals ist auch das rückwärtige eingeschossige Hofgebäude.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre, und zwar mit einer Baulanderschließung in einseitiger Anbindung an eine Radiale. 1872 legte so der Grundstücks- und Ziegeleibesitzer Julius Harff zunächst die Senefelderstraße als erste Querstraße dieses neuen Wohnbereiches an. Weitere Straßen folgten in den 1870er Jahren (Platen-, Schönstein- und Lessingstraße).
Parallel dazu wurde jeweils abschnittsweise die Marienstraße - erste Bauten standen hier zwischen der Lessing- und der Leyendeckerstraße schon in den 1860er Jahren - als Verbindungsstraße inmitten des Wohnviertels angelegt, deren Entwicklung mit der Verlängerung bis zur Schönsteinstraße 1896 abgeschlossen war, wohingegen die Bebauung fortgesetzt wurde.
Straßenbildprägend ist in der Marienstraße der in weiten Teilen Alt-Ehrenfelds vorkommende Typus des 3-Achsen-Hauses, zu dem auch das o. g. Objekt als eines der frühesten Beispiele gehört. Der relativ klein dimensionierte Bau ist durch eine im Stil des Klassizismus gestaltete Fassade charakterisiert, deren wesentliche Elemente die schlichten, die Horizontale betonenden Profilierungen und die aufgeputzten Fensterrahmungen im OG sind.
Als eines der ältesten Beispiele der ursprünglichen Bebauung in Alt-Ehrenfeld ist das o.g. Objekt unverzichtbar für das Verständnis der städtebaulichen Entwicklung und deren Zusammenhänge. Die relativ kleinteilige Bebauung der Marienstraße, für die das Gebäude Marienstraße Nr. 24 ein typisches Beispiel ist, und deren zentrale Lage weisen auf ihren ursprünglichen Charakter als frühe Erschließungsachse hin.
Als integraler Bestandteil der Erstbebauung ist das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokumente der stadtteilspezifischen Architektur Ehrenfelds und daher unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0