Wohnhaus
Hohlgasse 6 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4513 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Hohlgasse 6, 50739 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.03.1988 |
| Stadtteil | Nippes |
Um 1890 erbaut, 1-geschossiges, 5-achsiges Backsteinhaus mit ausgebautem Mansardgeschoß und hohem Mittelgiebel. Frühes Vorstadthaus von Longerich mit Backsteinornamentik in gelbem Klinker auf roter Backsteinfassade. Reizvolle Blechschürzen der Rolladenkästen. Axialer Eingang, Haustüre erneuert, Fenster nach Original erneuert. Im Eingangsflur Bodenfliesen. Rückwärtige Fassade stark verändert (3-geschossig). Stark veränderter Hausgrundriß.
Das um 1890 errichtete Gebäude stellt vom Typ her den Beginn städtischer Baueinflüsse auf dem Land dar, besitzt es doch eine Reihe von Besonderheiten, die im Linksrheinischen untypisch sind und aus dem dörflichen Kontext herausfallen. Dies ist vor allem das Mansarddach, das die 2-geschossige Bauweise der bis dahin eingeschossig bebauten Hohlgasse einleitet. Der hohe 2-geschossige Mittelgiebel wird von einem bogenartigen Abschluß bekrönt, der, wie auch die Ornamente, mit gelbem Klinkerstein in der roten Backsteinfassade städtischen Einfluß aufzeigt. Besonders reizvoll sind die hier noch erhaltenen Blechverwahrungen der Rollädenkästen mit ihrer plastischen Verzierung und braunem Anstrich.
Die axiale Aufteilung mit Mitteleingang sowie das Dachgesims mit Klötzchenfries sind einheimische Baumerkmale aus der Erbauungszeit. Die Haustüre wurde erneuert, die Fenster ebenfalls, jedoch gemäß dem originalen Vorbild.
Das Gebäude wurde zur Rückseite stark umgebaut und auf 3 Geschosse erweitert. Auch das Innere wurde durch Umbau der Treppe in ein Zweifamilienhaus umgewandelt. Die Bodenfliesen des Eingangsflures blieben erhalten.
Der nord-westlich Kölns gelegene Ortsteil Longerich wurde bereits 922 und 927 urkundlich erwähnt und besaß eine um 1001 dem Kölner St. Ursula-Stift zugehörige Pfarrkirche, die auf dem heutigen Kriegerplatz stand. Das von wenigen Großhöfen und vielen Kleingehöften geprägte Ortsbild veränderte sich auch nach der Eingemeindung des Dorfes nach Köln im Jahr 1888 wenig. 1898/99 wurde die neugotische Pfarrkirche St. Dionys errichtet; Dorfkirche und Friedhof verschwanden unter dem begrünten Zentrum des Kriegerplatzes. Nach dem explosionsartigen Anstieg der Stadtbevölkerung in Köln begann auch die Verstädterung des Dorfes, zusätzlich lagerten sich Siedlungen und gartenstadtartige Wohngebiete an den Dorfkern an. Die Hohlgasse weist in ihrem ersten Teil noch diese dörfliche Bebauung auf, während der östliche Teil bereits vorstädtischen Charakter angenommen hat.
Die städtebauliche Bedeutung liegt in dem Beginn des Wandels von Longerich vom Dorf zur Vorstadt, wobei die eingeschossigen Bauten von Nr. 9 bis Nr. 15 bzw. die Nr. 8, 12 und 14 die ursprüngliche Struktur der Häuslerbauten darstellen und die weiteren Bauten vorstädtischen Charakter zeigen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0